Sonntag, 30. Juli 2017

Frage 9: Wie gehst du mit einem schlechten Gewissen um?

Kürzlich sprach ich mit einer Bekannten. Ihr Vater ist vor einiger Zeit verstorben und sie erzählte davon, wie schwierig seither ihr Verhältnis zu ihrer Mutter ist. Die Bekannte hat ihrer Mutter gegenüber ständig ein schlechtes Gewissen – oder sollte ich besser sagen: Es wird ihr von ihrer Mutter suggeriert?!
Foto: BirgitH./pixelio.de

Ein schlechtes Gewissen – oder Gewissensbisse, wie man umgangssprachlich auch sagt – gehen einher mit dem Gefühl, jemandem Unrecht getan zu haben.
Dieses Gefühl setzt eines voraus: Ein Unrechtsbewusstsein!
Und genau das sieht bei jedem Menschen anders aus.
Bei einigen führt schon eine Kleinigkeit zu Gewissensbissen, bei Kriminellen hingegen liegt die ‚Schmerzgrenze’ diesbezüglich um einiges höher.
Oft geht dem schlechten Gewissen gar keine große Sache voraus. – Nehmen wir an, dass wir von einem Freund um Hilfe gebeten wurden, wir ihm diese aber nicht gegeben haben. – Schwupps, schon ist es da, das schlechte Gewissen, weil wir im Nachhinein denken, dass unser Verhalten falsch war und schon beginnen wir, uns selbst für unser Verhalten zu verurteilen. – Oft zeigen sich diese Gewissensbisse sogar körperlich. Wir verspüren ein ungutes Gefühl, vielleicht Magendruck – bis hin zu Einschlafstörungen.
Schuldgefühle können sehr vielfältig sein. Manchmal werden sie gar nicht erkannt und man wundert sich über körperliche Symptome, die man nicht zuordnen kann.

Wie gehst du mit diesen Gefühlen um – 
oder handelt es sich dabei gar nicht um Gefühle, 
sondern es ist einzig und allein unseren Gedanken zuzuschreiben, 
dass wir Gewissensbisse haben?
Wurde uns ein schlechtes Gewissen vielleicht sogar anerzogen?
Wie gehst du mit einem schlechten Gewissen um
und was macht es mit dir?


Grazyna: Ich dachte, ich sehe nicht richtig, als ich deine Frage, liebe Martina, sah. Das schlechte Gewissen in meiner Teenagerzeit und später, als junge Frau, war mein ständiger Begleiter. 
Soweit ich mich erinnern kann, war es irgendwie immer präsent.
Es fühlte sich so ungut an und das Schlimmste daran war, ich hatte keine Ahnung gehabt, warum das so ist.
Warum ich so fühle und ich könnte mich davon nicht befreien, weil ich mir unklar war.
Ich war so unbedarft und ängstlich, dass ich nicht mal auf die Idee gekommen wäre, zu hinterfragen.
Natürlich wusste ich nicht, dass es dafür einen Namen gibt’s – emotionale Erpressung und auf der anderen Seite, bei mir – emotionale Abhängigkeit.
Ich könnte in dieser Zeit meinen Weg nicht erkunden und nicht gehen, was es in vielerlei Hinsicht bedeuten wurde, mich von meiner Mutter abzunabeln, ich habe gedacht… das kann ich ihr nicht antun, damit wurde ich sie verletzten und alleine lassen.
Tastsächlich war es so, sie hatte es mir suggeriert.
Dabei wäre sie gar nicht alleine gewesen und von Verletzten können wir dabei nicht sprechen, nicht wahr? Ich glaube, diese emotionale Ketten, hatte sie mir schon mit Muttermilch gegeben, puhhh.
Ich wollte damals, nach der Schule weiter Kunst lernen und dazu hätte ich in eine andere Stadt auf Internat gehen müssen, was ich nicht gemacht habe, weil dies heißen würde, ich habe sie alleine gelassen… meine Güte, wie krank war das!
Erst mit 25 war ich ganz radikal und habe das Land verlassen und dachte, jetzt bin ich frei.
Nun, es hat noch weitere Jahre gedauert, bis ich begriffen habe, man kann auf das andere Ende der Welt fliehen… und das, wovon du fliehst, trägst du auf dem Rücken mit...
Die emotionalen Ketten sind unsichtbar und auflösen kann ich die nur in mir. Das habe ich auch später, erst nach meinen Unfall vor zwanzig Jahren, begriffen. Es war ein langer Prozess und ganz weg, glaube ich, sind die Ketten immer noch nicht, aber weitgehend.
Es war schmerzhaft und zugleich befreiend, zu verstehen, dass dieses „ nicht verletzten wollen und schweigen“, auf der anderen Seite nur zur Selbstverletzung führt.
Heute weiß ich auch, eine meiner Hauptaufgaben in diesem Leben, ist NEIN zu sagen und Grenze ziehen, damit ich das Gegenüber nicht aufsauge. Heute weiß ich auch, besonders beim empathischen Menschen ist wichtig, sich abzugrenzen, denn die sind, wie ein Schwamm und saugen alles auf.

Martina: Zunächst einmal danke ich dir für deine Offenheit und Bereitschaft, so persönliche Dinge zu erzählen. - Wenn man sich allerdings von diesen Ketten befreien möchte, ist das vielleicht ganz wichtig. Erkennen - darüber reden - auflösen! - Ja, ich glaube auch, dass da noch Ketten sind. Vielleicht magst du dich mal fragen, ob du sie noch 'brauchst' - entweder als 'vermeintliche' Sicherheit oder doch noch als letzte kleine Verbindung in dein Ursprungsland? - Du darfst diese Ketten durchtrennen - es liegt an dir. - Und eines ist gewiss: Du hast diese Aufgabe für dein Leben gewählt und gebraucht, um zu wachsen! --- Nachtrag (eine halbe Stunde später): Gerade kam mir noch ein Gedanke, nämlich der, dass, wenn du es schaffst, deiner Mutter sogar dankbar dafür zu sein, dass du diese Erfahrungen machen durftest, ein ganz anderes Verhältnis zwischen euch entstehen wird.
Grazyna: Dankbar zu sein? Ich habe längst die Frage gestellt, warum ich mir diese Familie ausgesucht habe, aber keine Antwort fand, weil so viel Unruhe noch in mir herrschte. Heute weiß ich, hätte ich in jungen Jahren „JA“ zu mir und zu meinen Weg gesagt, hätte ich Erfahrungen, die ich machen wollte, auf anderen Wege gemacht. 
Ich bin der Auffassung, wie du auch, dass wir selbst die Themen, die wir hier auf der Erde lernen wollen, auswählen und ich kenne meinem Radix gut genug, um zu wissen, wozu ich das alles gebraucht habe.
Um in die Abgründe der menschlichen Seele zu erblicken und dort, wo andere den Kopf wegdrehen zu bleiben und dem auf den Grund zu gehen, die Macht des Unbewussten kennenzulernen und zu erfahren, die Macht und Ohnmacht die Kräfte seien, die sich wie ein Theaterstück durch unser Leben ziehen und wie oft wissen wir nicht, dass wir die Hauptrolle spielen. Dass die Wandlung und Auflösung lebensnotwendig ist und dass ein Ende die Lebenskräfte frei lässt und somit ein Anfang ist.
Wozu die Ketten noch? Ja, liebe Martina, das weiß ich und es hat mit Selbstverantwortung und Eigenermächtigung zu tun und die lassen sich nicht mit dem Kopf auflösen. Nein, die lösen sich vom alleine auf, wenn ich glasklar bin.

Martina: Ich bin beeindruckt davon, wie klar du bist!
Angelface: Das ist ein gutes Thema, eines über das ich lange und intensiv nachdenke um darauf zu antworten, wenn mir denn dazu eine Antwort die ich erst zurückergründen muss - einfällt. Danke für die Anregung, den Anstubser...er wird mich noch länger beschäftigen...
Martina: So ergeht es mir mit dem Kommentar von Grazyna. Ich frage mich, ob es bei mir diese Ketten auch (noch) gibt. Du siehst: Ich werde mich auch mit dem Thema noch weiter auseinandersetzen!
Helga F.: Ist ja nun schon fast Gewohnheit, hier bei Dir liebe Martina auf Deine neuen Fragen zu antworten und sich Gedanken zu machen, danke dafür.:)
Seltsam, der Kommentar von Grazyna könnte wieder zum größten Teil auch von mir sein.
Sehr unterschwellig wurde mir von meiner Mutter ein schlechtes Gewissen gemacht.Manchmal auch durch direkte Sätze der Anklage.Allerdings konnte ich mich körperlich früh von ihr lösen und auch meine Schuldgefühle ihr gegenüber heilen. Aber bis ich keine Liebe mehr von ihr erwartet und erhofft habe, gingen fast 40 Jahre ins Land, danach war ich erst richtig frei!
Sie starb vor 3 Jahren, ich konnte sie mit einem Segen und in Frieden gehen lassen.
Zu Deinen Fragen liebe Martina,
ich bin mir nicht ganz sicher,ob wir mit einem Gerechtigkeitssinn schon geboren werden.
Aber der Verstand und Wahrnehmungen als Kind sind noch nicht voll ausgebildet,wir lernen schneller auf der Gefühlsebene, welche unserer Verhaltensweisen Belohnung bringen.Das schlechte Gewissen entsteht durch lernen, denke ich. Liebesentzug, wenn wir nicht wie gewünscht reagieren, ist ein wirkungsvolles Druckmittel,auch noch bei Erwachsenen.
Mir selbst macht ein schlechtes Gewissen Bauchweh und ich kann es schwer ertragen.Von anderen Menschen lasse ich mir kaum noch ein schlechtes Gewissen einreden, aber mit mir selbst habe ich manchmal Schwierigkeiten, wenn ich etwas falsch gemacht habe, oder Leid verursacht habe.Da muss ich noch lernen freundlicher mit mir zu werden.

Martina: Das freut mich zu hören, dass es schon fast Gewohnheit wird, hier bei mir herein zu schauen :-)! Auch dir möchte ich danken für deine Aufrichtigkeit. Als Kind lernen wir schneller auf der Gefühlsebene, welche unserer Verhaltungsweisen Belohnung bringen, schreibst du. Das finde ich, ist ein sehr wichtiger Satz. Und ebenso wichtig: Freundlich zu uns selbst zu sein. :-)
Christine: Das ist eine sehr schwierige Frage, mit der ich schon lange kämpfe ...
Habe ich WIRKLICH ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich nicht so bin oder war, wie meine Mutter mich gerne gehabt hätte? Weil ich keine Kinder habe (und sie damit die Enkelkinder, die sie sich so sehr gewünscht hat?) Weil ich ein eigenes Leben geführt habe und nicht das, das sie sich für mich vorgestellt hat? Weil ich sie zu selten besucht habe, als sie noch lebte? (Was ich teilweise gar nicht konnte, weil die Entfernung so groß war ...)
Habe ich tatsächlich zu wenig Rücksicht genommen?
Ich weiß es nicht. Und ich werde es auch nie mehr erfahren. Aber ich weiß, dass mein schlechtes Gewissen sich immer wieder mal zu Wort melden wird. es gibt keinen Knopf, um es abzustellen ... Jedenfalls habe ich ihn bei mir noch nicht gefunden! **seufz**
Liebe Grüße, und danke für diesen Post - obwohl ich Deine Frage leider nicht beantworten kann!
Martina: Als ich deinen Kommentar las, kam mir ein Spruch in den Sinn: 'Ich bin nicht auf der Welt, um so zu sein, wie ihr mich haben wollt'. - Was mich aufhorchen lässt ist die Tatsache, dass auch du von deiner Mutter schreibst in Bezug auf das schlechte Gewissen und ich mich gerade fragen, ob ich unserer Tochter auch ein schlechtes Gewissen gemacht habe oder noch mache. Das liegt mir nämlich fern. - Den Knopf zum Ausstellen: Ja, den suchen wir wohl irgendwie alle. - Danke, dass du uns deine diesbezügliche 'Geschichte' erzählt hast.
Klärchen: Auch ich muss überlegen und finde das Thema sehr interessant.
Ein schlechtes Gewissen wurde mir im Leben oft von anderen eingeredet. Meine Mutter hat es bis an ihr Lebensende versucht.
Daran trage ich, weil sie es tat, aber schuldig fühle ich mich nicht. Sie ist verstorben und ich habe meinen Frieden so mit ihr geschlossen. Vergessen kann ich nicht.
Ich bringe ein schlechtes Gewissen mit Schuldgefühlen zusammen . Irgendwann habe ich mich gefragt und mir gesagt, ich bin nicht schuldig für Fehler die andere gemacht haben und auf mich projizieren. Ich habe mich davon distanziert obwohl es mir nicht immer in manchen Situationen gelungen oder leicht gefallen ist.
Mit einem schlechten Gewissen kann ich schlecht umgehen und es bereitet mir schlaflose Nächte. Aber ich hinterfrage auch, ob es wirklich mein Problem ist und ich es haben muss.
Gewissensbisse habe ich bekommen, als ein Mensch gestorben ist und ich ihn nicht mehr besucht habe oder angerufen habe.
Durch Entfernungen ging es aber auch nicht und ich fand Ausreden für mich um damit umzugehen. Mit der Zeit ist das aber vergangen und was ich nicht ändern kann ist dann auch abgeschlossen für mich da baue ich ein Schutzschild um mich.
Bei einem schlechten Gewissen kann ich wenn es berechtigt ist, mich entschuldigen und soweit es geht gut machen, darüber reden, wenn der jenige ansprechbar ist.
Ein schlechtes Gewissen bekomme ich wenn ich jemanden Unrecht tue oder etwas sage und ihn damit verletzte. Da zählt für mich das offene Wort.
Insgesamt glaube ich, werden wir nicht mit einem schlechten Gewissen geboren, sondern es wird uns anerzogen ist in der Kindheit. Schuld auf sich laden, Angstlügen, vieles hängt mit dem Gewissen zusammen. "Ein gutes Gewissen ist ein ruhiges Ruhekissen", eine Lebensweisheit.
Martina: Danke, Klärchen! Komisch. Eben beim Lesen von Christines Kommentar kam mir ein Spruch in den Sinn. Jetzt ist es wieder so. Bei dir denke ich an diesen hier: 'Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden'. 
Ich komme darauf, weil du geschrieben hast, dass du Gewissensbisse hattest, weil du jemanden nicht (mehr) besucht hast. - Das gehört zu den Dingen, die nicht mehr zu ändern sind und die wir hinnehmen sollten. - Auf der anderen Seite sind es die Dinge, die du noch ändern kannst (Stichwort: Das Gespräch suchen) - und das tust du. - Also handelst du ganz nach diesem Spruch und damit weise!
Jutta: Ich bin zur Zeit nicht so recht auf dem Damm (seelisch ), daher kann ich diesmal nicht länger antworten.
Aber durchgelesen habe ich alles.
Und ich habe in jedem Kommentar einen Teil für mich herauspicken können.
Es ist ein schweres Thema und ich bin, wie erwähnt etwas kraftlos um ins Detail zugehen. vielleicht will ich es ja unbewusst auch derzeit gar nicht, wer weiß.
Jedenfalls bin auch ich nun jede Woche auf deine Themen gespannt.
Gehört für mich nun zum Sonntag einfach dazu.

Martina: Oh, das klingt nicht gut, liebe Jutta! Ich hoffe, dass es der Sonnenschein vermag, dir Licht in Herz und Seele zu schicken. - Ich freue mich natürlich, wenn du schreibst, dass meine Fragen inzwischen schon zu deinem Sonntag gehören - und das bereits nach so kurzer Zeit! Danke!
Ingrid: Ohne Frage ist die deinige eine sehr gute. Ich selber fühle mich zwar nicht betroffen, was mein Elternhaus angeht. Ein schlechtes Gewissen findet auch auf anderen Ebenen statt. Ist hier auch schon angesprochen worden.
Es ist wichtig, nichts im Raum stehen zu lassen, wenn etwas quält, weil man sich bewusst oder unbewusst fehl verhalten hat. Dann muss man es klären. Nun gibt es zuweilen Situationen, die man nicht sofort klären kann. Je länger man damit wartet umso schwieriger wird das Aufeinander-Zugehen-Können.
Es ist aber immer wieder schön, wenn man den Mut findet Klarheit zu schaffen. Manchmal reicht es auch schon nachzufragen: Wie hast du das gemeint?
Dieser Beitrag von dir mit den dazugehörigen Kommentaren hat mir bewusst gemacht, welches Glück ich hatte mit meinen Eltern. Ich bin zwar sehr streng erzogen worden und wurde oft zurückgehalten, was aber letztendlich dazu geführt hat, meine Ziele umgehend anzugehen sobald ich volljährig wurde.
Das wurde (sicherlich auch mit Schmerzen meiner Eltern) akzeptiert. Mir hat dieser Weg nur gut getan. Allerdings bin ich seitdem immer nur zu Besuch wieder ins Elternhaus gekommen, war aber immer für sie im Notfall da. So habe ich sie auch im Alter gepflegt und es war schön zurück geben zu können. Umgekehrt war in Notfällen auch meine Mutter für mich da.
Das sind eigentlich für mich positive Erinnerungen. Was mich sehr freut ist, dass hier Themen gestellt werden, die tiefer gehen. Dafür danke ich dir.
Martina: Und ich danke dir, dass du uns mit deinem Kommentar einen Einblick in dein Leben und Denken gibst. Ich denke, dass wir alle in unseren Familien immer am richtigen Platz waren und sind. - Ein weiteres Thema, das hier ganz sicher einmal auftauchen wird. :-)
Alexander: Leider nur kurz im Vergleich zu den vielen langen Kommentaren: 
Ich wollte mal was über das Ge-Wissen schreiben, tat es aber aus gewissen Gründen noch nicht. Auch Gewissen muss reifen, kommen wir doch ohne dieses Gefühl auf die Welt, und doch ist es Teil des Göttlichen Funkens, der uns mitgegeben wurde. Eine schwierige Basis für eine Disertation "out of the blue", zumindest für mich. Aber gut auf der anderen Seiten, wenn mich schon im Vorfeld - und nicht im Nachgang - Gewissenbisse kneifen. 
Martina: Danke, dass du das Wort 'Ge-Wissen' getrennt hast. Ah, dachte ich: Gewissen und Wissen hängt zusammen. Wie konnte ich das bisher nur übersehen.

Freitag, 28. Juli 2017

Vor der eigenen Haustür

sollten wir fegen, heißt es in einem Sprichwort und meint: Wir sollen uns lieber um unsere eigenen Angelegenheiten kümmern und nicht andere kritisieren.

Vor der eigenen Haustür – stand heute Nacht unsere jüngste Enkeltochter. ‚Mit schlafwandlerischer Sicherheit’ nahm sie den Weg nach draußen.
Schlafwandeln bilder
Unsere Tochter war heute Morgen noch blass um die Nase, als sie uns von dem nächtlichen Ausflug erzählte. Nur ein paar Schritte von der Haustür entfernt liegt die Straße. Es ist zwar nur eine Nebenstraße, dennoch … Wie gut, dass unsere Tochter immer wach wird, wenn eines der Kinder nachts das Zimmer verlässt, um zur Toilette zu gehen. – Könnt ihr euch vorstellen, wie schnell unsere Tochter aus dem Bett kam, als sie die Haustür anschließend ins Schloss fallen hörte.

Unsere Kleine weiß nichts mehr davon. – Ich glaube, ich werde mich jetzt mal ein bisschen mit dem Schlafwandeln auseinander setzen! J

Eines ist jetzt schon sicher: Unsere Haustür werden wir ab sofort doppelt und dreifach verriegeln.


Mein herzliches Willkommen gilt
der Windwasserfrau
mit ihrem Blog 'Meerzeit'
 und
Varis
mit ihrem Blog 'Krähen-Nest'!



Mittwoch, 26. Juli 2017

Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft


Uhren bilder

Heute möchte ich meine Gedanken über die
Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft 
mit euch teilen,
und folgende Fragen stellen:

Zu welchem Zeitpunkt denken wir an die Vergangenheit?
Zu welchem Zeitpunkt denken wir an die Zukunft?

Die Antwort:
In der Gegenwart – und zwar ausschließlich!

Das finde ich spannend,
weil es im Umkehrschluss bedeutet,
dass nur die Gegenwart wirklich
existent ist!
Die Vergangenheit und die Zukunft
finden also ausschließlich in unseren Köpfen statt!
Das heißt weiterhin,
dass die Zukunft
und was dort geschieht
von unseren Gedanken 
in der Gegenwart abhängt!
Oder?


Und das sind eure Kommentare dazu:



Klärchen: Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft
Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht!
Ich schrieb diesen Text, es beantwortet aber nicht direkt Deine Frage, die ich Dir aber auch beantworten möchte mit meinen Gedanken dazu.
Stein für Stein setzt sich unser Leben zusammen.
Am Anfang bist du unfähig, selber zu bestimmen, wie die Steine gemauert werden.
Der Grundstein ist dein Zuhause. Im Vertrauen gehst du deinen Weg bis deine Kindheit beendet ist.
In deiner Jugend bestimmst du die Farben der Steine, bestimmst die Höhe und kannst selber entscheiden wie groß dein Haus werden soll. Du kannst dich nach dem Grundstein richten, aber auch Veränderungen vornehmen. Du selber trägst die Verantwortung. wenn du diese Erkenntnis hast, wird nichts zusammenbrechen. An Fehlern kann man nur gestärkt hervorgehen. Der Stein des Lebens ist das Dach deines Hauses.
Deine Lebensgeschichte ist gewebt, wie ein Teppich bunt und mit vielen Mustern.
Du gehst viele Wege im Leben, gerade hast du geglaubt, du bist auf dem richtigen Weg.
Durch viele Unwegsamkeiten und Erlebnisse wirst du aufgehalten. behalte es im Gedächtnis.
Gehe Deinen Weg in der Gegenwart konsequent weiter. Versuche auf kleinen Wegen das schöne zu entdecken. Behalte es im Gedächtnis, verwerte es als Erfahrung. Habe in der Gegenwart ein Ziel, es wird dich beflügeln. Hinter dir liegt deine Lebensgeschichte, die immer einen Fortsetzung hat, handle so lange du lebst, jeden Tag neu. Mein Lebensmotto :
An gestern denke nicht
heute lebe,
auf morgen hoffe.
Die Vergangenheit ist Geschichte, auch wenn sie mich positiv oder negativ mal einholt, es ist eine Tür die immer wieder zuschlägt, solange wir leben. Heute habe ich ein Ziel für morgen, weit in die Zukunft denke ich nicht, nur was sein muss.
Was für ein Thema…da könnte ich schreiben!
Danke , Martina, für die Inspiration, Klärchen
Martina: Wunderbare Gedanken - ich freue mich, dass du sie in meinem Bloghaus mit uns allen teilst!
Eva: Ich finde die Ausführungen von dir und Klärchen interessant .Ich sinniere auch des öfteren, ob ich früher, als ich jünger war, auch so oft an Dinge in der Vergangenheit dachte, wie heute. Ein alter Musikhit im Radio, schon denke ich an eine Situation von früher. Ich weiß es nicht. An die Zukunft mag ich gar nicht denken,was ist in 10 Jahren? Dann bin ich 73, nee das ist etwas vor dem ich mich fürchte.
Martina: Es ist ein ganz natürlich Prozess, dass man mit 20 oder 30 Jahren nicht so häufig zurück blickt, wie mit 60 oder 70. Da hat sich ja auch eine Menge 'Vergangenheit' aufgebaut. Dennoch findet diese Vergangenheit in dem Moment in unserem Kopf und damit in der Gegenwart statt. Das gilt ebenso für Zukunftsängste. Ich glaube, wir sollten uns genau überlegen, wie wir über unsere Zukunft denken. Denn wie heißt es in einem Spruch: Achte auf deine Gedanken ... denn sie werden dein Schicksal!
Alexander: Ich mag das Zeitdenken nicht, egal in welcher. :-)
Vergangenheitserfahrungen sollten maßgeblich auf die Gegenwartsgedanken einwirken. Wenn man also gedanklich (oder real?) in der Vergangenheit ist, dann denkt man in die Gegenwart, die noch gar nicht stattfand und folglich die Zukunft wäre. Das ist aber absurd. Es sei denn ich bin ständig im Vergangenen behaftet und trotte in einen immer wieder neuen und kurzem Augenblick - der sich Gegenwart nennt - der Zukunft hinterher. Wenn ich sie erreiche, ist sie schon vergänglich und gegenwartslos. Zu diesen Gedanken gibt es viele unklare Bilder. Der Abend ist zu spät, die Nacht noch zu früh. Soll ein Stoiker names Cicero helfen!?
"Alles, was bezüglich der Zukunft falsch ausgesagt wird, kann nicht geschehen."
Martina: Besser kann man es nicht erklären! Und der Spruch: 1 mit *! - 

Ich möchte dich noch etwas fragen: Schaffst du es immer, dich ausschließlich in der Gegenwart zu befinden? Irgendwie gleiten unsere Gedanken doch immer mal wieder ab - oder kannst du das 'verhindern'?
Alexander: Weder Geist noch Körper sind bei mir ständig in der Gegenwart. Und tatsächlich ist es so, dass meine Erinnerungen aus den vergangenen "Dasein-Zeiten" durch die "Gegenwart" verhindert werden. 
Was aber klar ist: Im Schlaf bin ich jenseits dieser zeitlichen Barrieren und doch ausschließlich in der Zeitlinie ganz weit entfernt von der Gegenwart. 8-) 
Martina: 'Vergangene Dasein-Zeiten' schreibst du - das gefällt mir. - Von deinen 'Träumen' las ich schon bei dir! :-)
Claudia: Das sind sehr interessante Gedanken....ich gestehe, daß ich öfters an die Vergangenheit denke, und auch an die Zukunft .... aber, ich versuche, jeden Tag zu nehmen und zu geniessen , wie er kommt!
Es kommt, wie es kommt, und es ist gut, daß man nicht weiß, was so alles noch geschehen wird .... denn das meiste kann man nicht beeinflussen ....

Martina: Doch, doch, doch - möchte ich dir zurufen. Genau da besteht eine große Gefahr. Wir können nicht nur unsere Zukunft beeinflussen, wir tun es sogar - mit unseren Gedanken! - Das musst du für dich nicht als 'Wahrheit' annehmen, vielleicht magst du aber trotzdem darüber nachdenken.
Helga: Liebe Martina, Deine Frage:
Das heißt weiterhin,
dass die Zukunft
und was dort geschieht
von unseren Gedanken
in der Gegenwart abhängt!
Oder?
Meine Gedanken dazu:
Nicht alles können wir mit positiver Gedankenhaltung beeinflussen.
Wir erschaffen unsere eigene Innenwelt mit unseren Gedanken in der Gegenwart,da bin ich ganz bei Dir liebe Martina. Mit der positiven Geisteshaltung lernen wir, mit uns selbst und allem was war,ist und sein wird, in Frieden und Harmonie zu leben.
Ich denke es gibt Angelegenheiten, die gehen mich etwas an,da kann ich dran arbeiten und viel gestalten, indem ich meinen Gedanken eine gute Richtung gebe.
Aber manche Angelegenheiten die gehen nur meinem Gegenüber etwas an, manchmal können da meine Gedanken,Worte oder Taten hilfreich sein, aber im Endefekt sind sie selbst für ihre Gedanken und Handlungen verantwortlich.
Und dann gibt es die Angelegenheiten, die sind allein dem Göttlichen Willen unterworfen. Viele Dinge geschahen, geschehen jetzt und werden geschehen, die wir nicht verstehen.Mir bleibt da nur zu danken, mein Ego und Gedanken loszulassen und das was ich nicht ändern kann, anzunehmen, auch wenn es mir nicht immer leicht fällt.
Also mache ich mir selten Gedanken über die Vergangenheit und Zukunft, lebe zumeist in der Gegenwart wie ein Kind.
Mit einem lieben Gruß zu Dir und zu Deinen Gästen.
Martina: Ja, so meine ich es: WIR gestalten mit unseren Gedanken UNSERE Zukunft. - ICH meine, DU deine und WIR alle zusammen: UNSERE! - Übrigens halte ich von 'positiven Gedanken' wenig, weil es im Umkehrschluss bedeutet, dass 'negative Gedanken' schlecht sind. - Da wir hier in der Dualität leben, benötigen wir beides. Das eine, um das andere zu erkennen! - Danke, für deine wertvollen Gedanken zu diesem Thema!
Astrid: In meiner Kindheit und Jugend habe ich selten, vielleicht sogar zu manchen Zeiten gar nicht an die Vergangenheit gedacht. Und an die Zukunft denkt man zunächst auch nur bedingt. Als Kind kann man oft gar nicht einschätzen, was es bedeutet auch nur eine Woche warten zu müssen. Zukunft ist für ein Kind noch wenig greifbar und begreifbar. Erst als älter werdendes Schulkind kommt die Zukunft mehr und mehr ins Bewusstsein. Hausaufgaben, Klausuren, Ferien, Geburtstage.... sind solche anvisierten Zukunftspunkte. Später dann der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule und schon nehmen die Zukunftsgedanken zu und mischen sich in die Gegenwart ein. Was möchte man einmal beruflich tun? Welchen Abschluss will man erreichen? Zukunft und Gegenwart haben deutlich mehr Gewicht als die Vergangenheit. In der Jugend und bestimmt auch noch drei Jahrzehnte danach wird die Gegenwart vollkommen intensiv erlebt. Aber zum Beispiel in Bezug auf die Altersversorgung sollte man schon Ende des zweiten, Anfang des dritten Jahrzehntes denken, auch wenn man sich selbst lieber in der Gegenwart und der nahen Zukunft aufhält, denn auch in Bezug auf Zukunft gibt es noch Unterschiede. Je älter wir werden, umso mehr triftet in die Gegenwart wieder die Vergangenheit mit hinein. Wir denken oft zurück, stellen manchmal sogar Vergleiche an, betrachten unseren Lebensweg, lernen aus Erfahrungen...
Und irgendwann, wenn man ein hohes Alter erreicht hat überwiegt die Gegenwart und die Gedanken an die Vergangenheit nehmen zu. Dann ist die Zukunft möglicherweise begrenzter und nicht mehr so weit gefasst wie in den früheren Lebensphasen. So jedenfalls denke ich mir die Sache mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Aber zu allen Zeiten unseres Lebens sollten wir auf die Gegenwart bedacht sein, denn sie kann man nur genießen, wenn man der Vergangenheit nicht hinterher trauert und immer nur Besserung oder das Schöne, aber auch das Schlimme in der Zukunft erwartet. Genießen wir das Gute in der Gegenwart, seien wir dankbar für unsere Vergangenheit und freuen uns auf die Zukunft.
Das ist ein wirklich unerschöpfliches Thema, liebe Martina. So viele Gedanken schwirren dabei durch den Kopf. 
Martina: Liebe Astrid, ich danke dir sehr für deine ausführlichen, lebensnahen und nachvollziehbaren Gedanken zum Thema!
Manu: Wenn man an die Vergangenheit denkt. Zu besonderen Ereignissen? Zum Beispiel am Abi, da dachte ich an die Einschulung, oder am 18ten der Kids, da dachte ich wie es war die letzten Stunden vor den Geburten und im gleichen Moment denke ich, wie es wohl in 10 Jahren ist? Was für ein Beruf sie haben, wie wir den Geburstag dann wohl feiern...? Ja,Gegenwart ist jetzt und somit alles vorherige Vergangenheit und alles was noch kommt Zukunft!
LG zu Dir und auf eine lustige Zukunft mit uns Zwei!
Martina: Ja, komm, lass uns darauf anstoßen :-)! - Es sind genau diese besonderen Momente, die in Erinnerung bleiben und sie werden für immer die Vergangenheit sein, auf die wir keinerlei Einfluss mehr haben, weil wir ja in der Gegenwart an sie denken! :-) Ähnlich verhält es sich bei der Zukunft. Wir denken in der Gegenwart an sie - ABER: Auf sie nehmen wir mit unseren Gedanken noch Einfluss! Das ist bei der Vergangenheit nicht mehr möglich und der große Unterschied.
Wolfgang: Es sind solche Posts, die Deinen Blog besonders machen, solche Fragen, die zum Nachdenken anregen. Das Dilemma in unserem Leben ist doch eigentlich, dass wir oft gerne in der Vergangenheit leben würden, in der guten alten Zeit oder vielleicht doch in der Zukunft, in der alle Krankheiten, alles Elend besiegt ist, und vor lauter Sehnsüchten verpassen wir den Augenblick, die Gegenwart, in der wir leben und wir leben nur dort, in einem winzigen Augenblick zwischen Vergangenheit und Zukunft.
Martina: Dankeschön! - Du sagst es: Genau in diesem Moment zwischen Vergangenheit und Zukunft findet unser Leben statt. 
Grazyna: Liebe Martina, so habe ich mich gefreut, als ich den Posttitel las, die Zeit - einer der spannendsten Themen überhaut - und ausgerechnet da hatte ich wirklich keine Zeit „rechtzeitig“ zu kommentieren, drei Tage lang von morgens bis abends gearbeitet und danach ist der Kopf so voll, dass drei vernünftige Sätze zu fassen schwierig sind. Nun heute waren es nur acht Stunden gewesen…
Meiner Meinung nach, die Vergangenheit und die Zukunft finden über unseren Köpfen hinaus statt, der Kopf ist der Lenkrad und die Gefühle die Landkarte. Wir leben viel in der Vergangenheit, in dem wir die Muster, die in uns abgespeichert sind, wiederholen.
Es geht nicht um die Gefühle, von denen wir wissen, nein, die aus der Kindheit, die sich in uns eingegraben haben und der Auslöser längst vergessen ist. Aber das, was wir fühlten, natürlich fühlten wir nichts Gutes, die Gefühle lassen sich nicht einfach so vergessen oder auslöschen. Die sind, wie ein Hefeteig…
Wir leben viel in der Vergangenheit, ohne es zu wissen, warum wir so oder so tun, aber es gibt immer Indizien dafür, die wiederum auch ein besonderes Thema sind, da werden gerne „Schuldigen“ gesucht und gefunden, sonst wäre die Eigenverantwortung zu unbequem.
Und jeder meiner Gedanken ist die Bestellung an die Zukunft, ob ich will oder nicht, ob ich das weiß oder nicht. Ob diese Bestellung bestimmte Muster beinhaltet, die aus der nicht geklärten Vergangenheit stammen, leicht daran zu erkennen wird, wenn ich schon wieder mit Demselben konfrontiert werde. Da ist wiederum eine Chance, sich dem Thema zu stellen und ein Schrittchen mit der Vergangenheit abzuschließen. 
Martina: Ich kann alles, was du schreibst, doppelt und dreifach unterstreichen. - Die Eigenverantwortung, die du kurz anschneidest, wird ganz sicher auch mal Thema bei mir sein - ein sehr unbequemes im Übrigen. :-) - Aber auch die Verhaltensmuster zu hinterfragen und an ihnen zu arbeiten ist nicht immer ganz leicht. Gerade in der letzten Zeit durfte ich ein großes Puzzleteilchen finden. Doch ich weiß, dass noch zig andere gefunden werden wollen. - Das Leben bleibt also spannend!
Tanja: Die Zeit das ist ein mysteriöses Ding. Ich war jetzt 14 Tage im Urlaub und hatte schon gleich zu Beginn das Gefühl, die Zeit rennt mir weg.Die Tage flogen nur so dahin. Nach einer Woche konnte ich loslassen und nur das Leben in der Gegenwart genießen. Und dann mussten wir auch schon wieder nach Hause. Zu Hause angekommen, merkte ich, wie lange wir doch weggewesen waren. So ist das mit dem Zeitgefühl. Je nach Gefühl und Erinnerung ist die Zeit unser Feind und unser Freund zugleich. Ich denke, wenn ich alt bin und nichts mehr kann, dann können gute Erinnerungen auch ein Schatz sein, an dem ich mich aufrichte. Zum Glück können wir viele glückliche Momente mittlerweile auf Fotos bannen und ich hoffe, dass die dazugehörigen Gefühle mir in der zukünftigen Gegenwart ein zufriedenes Weiterleben ermöglichen. Viele Menschen vergessen nämlich, dass die Vergangenheit auch gute Momente hatte und nicht nur Leid, das uns sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt. Und positives Denken allein gegen alle Realität hilft nicht zur Veränderung in den Köpfen. Ich denke, ein dankbares und kluges Herz, das annehmen kann, dass es gute und schlechte Zeiten gibt, aus den schlechten lernt und aus den guten Zeiten Kraft schöpfen kann: das kann etwas bewegen!
Martina: Ein kluges Herz kann ganz sicher etwas bewegen. Das hast du sehr schön gesagt. - Ja, im Alter neigt man dazu, in der Vergangenheit zu leben, weil es eben kaum noch Zukunft gibt. Dennoch gilt: Es gibt beides nur in der Gegenwart - in unseren Köpfen. - Wie schön, dass du wieder da bist!

Sonntag, 23. Juli 2017

Frage 8: Träume – nur Schäume?

Fragt man die Wissenschaft, was sich hinter unseren Träumen verbirgt, bekommt man unterschiedliche Antworten, was wohl darauf hinweist, dass man sich nicht sicher ist.
Eine Meinung: Während des Schlafes verfestigt und bearbeitet unser Gehirn das, was wir tagsüber gelernt haben. Die Idee dahinter ist, dass beim Träumen das Gehirn neue Information mit alter Information mischt und dann abspeichert. – Andere Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir im Traum lernen, mit Angstsituationen umzugehen.
Doch was, wenn beides nicht zutrifft und etwas Anderes dahinter steckt? Unser Unterbewusstsein beispielsweise. Vielleicht versucht es ständig, mit uns in Kontakt zu treten, doch im Laufe des Tages kommen wir nur selten zur Ruhe, und so überhören wir seine leisen Töne vielleicht. Während wir schlafen, könnte uns unser Unterbewusstsein über Bilder (Träume) Hinweise geben wollen.
Eines ist sicher: Wir träumen in jeder Nacht, auch wenn wir uns nicht erinnern können. Manche berichten von Träumen, die sich ständig wiederholen oder auch davon, dass Dinge genau so eintraten, wie man es zuvor geträumt hatte. 
Wenn ich mich an Träume erinnere, dann auch an die ‚mitwirkenden’ Personen. Das können durchaus inzwischen verstorbene Verwandte sein. – Was machen sie in meinen Träumen?
Ich ahne schon, dass einige denken: Man muss sich nicht um alles Gedanken machen und nicht hinter allem steckt ein Sinn – wir träumen und gut ist es – nimm es einfach hin.
Nee, geht nicht. :-) Ich muss mich immer auf die Suche nach dem Grund machen, da für mich nichts grundlos geschieht – gar nichts – auch unsere Träume nicht. 
Ich erinnere mich, dass wir uns als Kinder mal die Frage stellten: Träumst du schwarz-weiß oder farbig? In dem Moment konnte ich es nicht beantworten. Heute weiß ich: Ja, ich träume farbig. – Und wenn man sich mit Traumdeutungen befasst, erfährt man, dass Farben ihre Bedeutung haben, uns auch einen Hinweis geben möchten.


Machst du dir Gedanken
über deine Träume
und über evtl.
‚verschlüsselte Hinweise’
für dein Leben?
Magst du davon erzählen?




Jutta: Für mich sind Träume sehr wichtig!
Erstens liebe ich es zu träumen, 2. finde ich es spannend, was bei mir nachts so abgeht. - Alpträume hatte ich bisher 2 oder 3, so genau weiß ich es gar nicht mehr.
Ansonsten denke ich, dass es schon so ist, wie du meinst.
Träume sind sicher auch Botschaften, nur verstehen wir sie wahrscheinlich meistens nicht, da unser "erwachter " Verstand die Verschlüsselung nicht, oder nur teilweise begreift.
Eigentlich schade drum.
Es wäre sicher eine große Hilfe im Leben.
Ich träume viel vom fliegen können, ich bin auch schon von einem Hochhaus abgestürzt und habe diesen Absturz genossen. Denn während ich fiel, dachte ich, keine Angst, bevor du aufschlägst wachst du auf !
Diesen Traum wünsche ich mir manchmal zurück, leider ging es bisher nicht.
Als meine Mutter verstorben war, träumte ich einmal, wir fuhren zu ihr in die Wohnung, sie lag auf ihrer Couch und schien zu schlafen. Wir waren sehr traurig, der Schmerz in meinem Herz war so groß.
Plötzlich öffnete sie ihre Augen und lächelte.
Diese Erleichterung !
Ich sagte zu ihr, dass sie ja gar nicht tot ist, und wir waren alle sehr glücklich.
Nach dem Erwachen dann empfand ich wieder dies starke Trauer, das war schlimm damals.
Was mir die 2 Träume wohl sagen wollten habe ich für mich mittlerweile ergründet.
also , träumen kann viel bedeuten.
Es sind schäume, Ratschläge, Feststellungen und noch vieles mehr.
Ich lasse es zu und freue mich immer beim Einschlafen auf die kommenden Erlebnisse im Traum.
Martina: Zu deinem Traum mit deiner Mutter fiel mir ein, dass dir dein Unterbewusstsein vielleicht sagen wollte: Schau, deine Mutter ist zwar nicht mehr hier bei dir - aber sie ist nicht tot. - In einer anderen Welt hat sie ihre Augen wieder geöffnet!
Klaudia: Oh, das habe ich mich auch schon oft gefragt,..... was in meinen Träumen nachts in mir verarbeitet wird. 
Oftmals habe ich Träume an die ich mich morgens erinnern kann...manchmal sind es fremde Personen,liebe Menschen um mich herum, Geschehnisse, oder Ekliges...Letzteres meistens dann, wenn ich tagsüber, oder Tage davor, etwas mit Ekligem zu tun hatte.
Ein Traum verfolgt mich allerdings seit Jahren....es hat mit einer Toilette zu tun...in den Träumen ist es meistens so, das ich on Tour bin, und keine finden kann....und wenn ich eeendlich eine gefunden habe, will man mich nicht darauf lassen, oder sie ist so schmutzig und verseucht, dass ich sie nicht benutzen kann....
Im Traum ist es meistens ganz schrecklich ....und oftmals wache ich dann GsD auf;-)
Martina: Auf einer Toilette darf man sich 'entleeren', 'entlasten', 'loslassen'. - Wenn sich keine finden lässt und du diese Möglichkeit (im Traum - oder im wahren Leben?) nicht hast, frage ich mich, wer dich daran hindert, dies tun zu dürfen?! Du selbst oder andere?
Angelface: Oft hört man ja von anderen: "ich träume nie"! ich denke, jeder Mensch träumt, vielleicht nicht immer und nicht jede Nacht bewußt, manche Träume verflüchtigen sich hurtig noch vor dem aufwachen oder man erwacht und der Traum ist noch nicht zu Ende, so geht es mir in manch Träumen.
Ich träume viel, manchmal heftig, glaubhaft, es ist mir als wäre es real. Hat es mit einer ausgeprägten Phantasie zu tun wenn man viel und oft träumt? Das frage ich mich, weiss es aber nicht.
Ein Traumdeuter könnte vielleicht vieles in den Träumen anderer entdecken und entschlüsseln. Ich denke, vorher erlebtes, manchmal unverarbeitetes kommt im Traum zutage, vielleicht auch Wünsche die man sich selbst nicht eingesteht. Wer träumt entspannt - in die Leichtigkeit schöner Bilder hat sicher einen schöneren entspannteren tag als der der Albträume hat, die begleiten und sie merkt man sich vielleicht länger?
Oft ist ein Traum am Morgen schnell wieder vergessen, aber man weiss danach dass es ein guter oder schöner Traum war.
ich mag meine Träume sie zeigen mir auch oftmals Lösungen auf.
ein schönes Thema dem ich gerne gefolgt bin, wie man sieht..:-))
Martina: Das kenne ich auch, dass Träume sehr real erscheinen. Vielleicht sind sie das auch - nur auf einer anderen Ebene?!
Manu: Ich träume gern, egal ob Nachts oder am Tag. Manchmal war es unsagbar wichtig und ich kann mich morgens nicht daran erinnern, weiß aber noch, dass ich dachte, dass musst Du gleich erledigen. Meistens verarbeitet man glaube ich auch den Tag und manchmal wache ich auf, weil ich so richtig dolle zusammengezuckt bin. Und manchmal höre ich wahrscheinlich schon den Wecker und der passt dann so richtig in meinen Traum, oder ein Huhn das schreit. Verrückt! Irgendwie arbeitet da das Unterbewusstsein, aber ehrlich gesagt, so richtig Gedanken habe ich mir da noch nie gemacht. Ich geh' gern schlafen, träume gern und habe auch keine Angst davor schlaflos herum zu liegen.
Wahrscheinlich grinst Du nun wieder und denkst, sie legt halt einfach unbeschwert und macht sich keine Gedanken. Tja, von irgendwo her muss es die Tochter ja wohl haben. - Wahrscheinlich liege ich heute Nacht wach und versuche mich krampfhaft an einen Traum zu erinnern. *g* 
Martina: Grins - neeee, würde ich doch niiieee denken! :-) - Was du beschreibst, kenne ich auch, das sich reale Dinge mit denen im Traum mischen, oder das man zusammenzuckt. - Woher das kommt? Keine Ahnung!
Helga: Ja auch ich mache mir manchmal Gedanken über die Bedeutung meiner Träume und habe mich mit Traumdeutungen beschäftigt.Es gibt da für mich verschiedene Träume, in vielen scheine ich Erlebtes nur zu verarbeiten. Aber dann sind da Träume, die real erscheinen und die mich im Wachzustand sehr beschäftigen, oft waren sie hilfreiche Wegweiser.
Dann hatte ich Träume die sich dreimal wiederholten und mich über Tage und Wochen nicht mehr losgelassen haben.
Zum Beispiel dieser Traum aus meiner Jugendzeit :
Ich muss unbedingt weg von zuhause.Nachts stehe ich auf, öffne das Schlafzimmerfenster und springe (aus dem ersten Stock), hinaus, obwohl ich verstehe, wie gefährlich das ist.
Unten komme ich aber heil und unverletzt an, laufe weg und sehe nicht mehr zurück.
Diesen Traum habe ich erst später verstanden,nachdem ich als 15- jähriges Mädchen 500 km. von zuhause weg gezogen war.Ein schwieriger Absprung,ohne Geld, ohne Unterstützung, machte ich damals in einer großen Stadt meine Lehre und konnte für mich sorgen.
Trotz vieler Gefahren,gelang meine Landung und ich habe diese frühe Entscheidung nicht bereut.
Ich denke, mein Traum wollte mir Mut machen und zeigen, dass alles gut ausgeht.

Martina: Das finde ich sehr faszinierend - dieser Sprung aus dem Haus - von zuhause fort. Interessant daran: Dein Unterbewusstsein muss ja schon vorher gewusst haben, dass diese Situation auf dich zukommen wird. Nur so konnte es dir Mut machen. - Wie konnte es das wissen? :-)))
Grazyna: Ich habe mich sehr viel mit den Träumen beschäftigt, denn die gehören zu uns und mit uns zu tun haben. Vieles ist schon entschlüsselt worden, dass es z.B. Träume gibt’s in denen wir das Tagesgeschehen verarbeiten und dann wiederum die großen Träume und viele andere Träume. Auch, wie du schreibst liebe Martina, dass wir jede Nacht träumen.
Bis vor einigen Jahren könnte ich mich oft an die erinnern, jetzt leider nicht mehr, sehr selten.
Es gib allerdings etwas, was sich selten, aber dennoch wiederholt: Mir geht es so ähnlich, wie der Manu. Ich zucke ganz dolle zusammen und werde wach. Es muss einen Grund dafür geben, ob es mit einem immer wieder wiederkehrenden Traum zu tun hat? Wäre möglich.
Wir bekommen durch Träume viel Hilfe, nur die Traumsprache ist oft schwierig zu deuten, weil es eben eine Symbolsprache ist, aber, wenn man eng mit den Träumen zusammenarbeitet, da tun sich die Welten auf. Spannend und geheimnisvoll wird’s bleiben…
Martina: Nachdem du auch von dem Zucken schreibst, geht mir durch den Kopf, dass wir zusammen zucken, wenn wir uns erschrecken - wovor auch immer. - Meine Feststellung ist, dass ich dann sehr intensiv träume und mich auch erinnern kann, wenn ich im realen Leben etwas zu verarbeiten habe, mein Leben quasi im Umbruch ist. Plätschert es hingegen dahin, kann ich mich nicht an Träume erinnern. 
Claudia: Das ist wirklich ein sehr interessanter Post ! Ich hab auch Nächte, wo ich aufwache, weil ich wirres Zeug geträumt habe ... manchmal weiß ich noch genau, was es war, andermal ist nur noch ein kleines Bruchteil im Gedanken ...oft frage ich mich, wie man einen solchen Quatsch träumen kann ....
Aber eins kenne ich auch, was die anderen auch hier beschreiben, dieses Zucken, das hab ich auch ab und an und werde wach davon ...aber ohne zu wissen, warum ich zusammengezuckt bin im Schlaf/traum ...
Martina: Ich gebe dir recht. Manchmal scheint es nur 'wirres Zeug' zu sein. - Ein andermal aber ist es wie ein Film, den ich schaue oder auch so, als würde ich darin eine Rolle spielen.
Klärchen:  Nach einer kleinen Lesepause, möchte ich auch etwas zu den Träumen sagen, hoffentlich kriege ich das hin! 
Viele haben sich hier mit ihren Träumen beschäftigt, so auch ich.Meine Beobachtungen betreffen eben auch mich und ich habe versucht meine Träume zu deuten und bin auch immer zu einem Ergebnis gekommen. verwirrte Träume deuten eben auch auf Stress und Überlastung hin.
Träume die immer wieder kehren, haben mit Ängsten zu tun, die in ähnlichen Situationen, in denen man sich befindet, wiederkehren.
z.B., ich sehe mich als Kind ganz allein auf einer Steintreppe sitzen, in einer dunkleren Gasse. Der Traum hat sich öfter wiederholt.In meiner Kindheit gab es Situationen wo ich fern vom Elterhaus Heimweh hatte nach meinen Eltern und Geschwistern und auf der Steintreppe meiner Großeltern saß.Wenn ich in Frankreich oder in Florenz gab es enge Gassen, erinnerten sie mich so, dass ich glaubte ich sei dort schon mal gewesen.
Heute sind es die Ängste vor Einsamkeit oder man fühlt sich allein gelassen mit Problemen.
Wenn man im Traum rennt oder flieht und nicht vom Fleck kommt, heißt es,im Alltag gibt es Probleme vor denen man nicht fliehen kann, und eine Lösung sucht.
Auf einer Wiese verfolgen mich große Pferde, ich will über einen Graben springen, doch der ist zu breit. Ich sehe keinen Ausweg und wache auf.
Für mich sind die Pferde das Sinnbild eines großen Problemes vor dem ich nicht fliehen kann. Das sind die Alpträume, die man weniger vergißt.Kleine Tiere sind kleine Probleme die man meint in den Griff zu bekommen.
Erlebe ich schönes, träume ich auch schönes und vergesse den Traum oder behalte ihn bruchstückhaft.
Einmal hatte ich Angst um meine Tochter. Schaute aus einem Haus im ersten Stock auf die Straße und sah wie meine Tochter umfiel von Männern um ringt, ich hörte einen Schuss und wachte in dem Moment mit einem Hörsturz auf. Mein linkes Ohr war fast taub. Ich rannte nach unten und meine Tochter war schwer verletzt.Der Hörsturz war Wirklichkeit,alles andere um meine Tochter Traum.
Es zeigt sich, ich hatte große Ängste,die im Nachhinein unbegründet waren.
Da gibt es noch mehr,ich denke Träume warnen uns auch, unser Gehirn setzt es in Bildern um, die manchmal Rätsel sind. Wenn man aber zurückblickt und überlegt, was man verdrängt hat an eigenen Erlebnissen oder gelesen hat - ein Ohr rein oder keine Zeit hatte darüber nachzudenken- arbeitet unser Gehirn im Unterbewusstsein auf, was unser Bewusst sein versucht zu verdrängen. Viel Unangenehmes aber auch Freude, die manchmal erst richtig hinterherkommt, wenn man Ruhe hat.
Das war`s, mein Bild zum Träumen in der Nacht.
Martina: Danke dir, Klärchen, dass du deine Träume mit uns teilst und gleichzeitig wertvolle Hinweise gibst. Dass du deine Träume analysierst und verarbeitest ist ganz sicher sehr wertvoll. - Als Kind hatte ich ständig diese Verfolgungsträume - oft waren es auch Pferde, die mich verfolgten und vor denen ich fliehen wollte, aber nicht vom Fleck kam. Heute habe ich derartige Träume gar nicht mehr; was aber nicht heißt, dass ich keine Probleme mehr habe. :-)
Erica Sta: Meist sind es nur die Alpträume, die uns im Nachhinein beschäftigen, an die wir uns - wenn auch vage - am nächsten Tag noch erinnern. Sie alarmieren uns, da war doch etwas!?
Der Mensch besteht nun einmal aus Körper, Geist und Seele und deren Zusammenspiel. Treten Ungereimtheiten auf, möchte der Geist im Sinne des Körpers dies verarbeiten...
...im Gegensatz dazu: Die Tagträume, die uns ein Stückchen aus der Realität beamen und Abstand zum Stress des Alltags sein können. Hier träume ich gerne.

Martina: O ja, sich in Tagträumen zu verlieren ist wunderbar - viel, viel schöner, als Alpträume - aber auch sie haben ihren Sinn und damit ihre Berechtigung.
Astrid: Wie Du meinem Post "Wenn Zwei träumen" entnehmen kannst, verwirren mich manchmal meine Träume. Ich träume sehr oft, dass es an der Haustür klingelt, jemand klopft, das Telefon läutet ... Ich höre diese Töne dann sehr deutlich und klar und sie entsprechen immer dem Originalton unserer Klingel, unseres Telefons... Ich denke, dahinter steckt bei mir die Angst, es könnte eines Nachts etwas Schlimmes passieren. 
Manchmal jedoch träume ich auch wirres Zeug, dem ich keinerlei Sinn zuordnen kann und meist erinnere ich mich am Morgen nicht mehr. Doch wenn es um Geräusche bzw. Töne geht, dann ist mein Erinnerungsvermögen da, denn ich wache immer von diesem Läuten oder Klingeln auf.
Hab Dank für Deinen tollen Kommentar zu meinem Traumpost. Mein Mann konnte mich zum Glück immer überzeugen, dass es nur ein Traum war, deshalb habe ich noch nie die Polizei geholt, so wie Du :-)
Martina: Für die anderen Leser zur Erklärung: Astrid hat zufällig auch einen Post zum Thema Traum (Klick!) geschrieben, nämlich darüber, dass sie im Traum durch Klingeltöne wach wird. - Ich hab ihr dazu im Kommentar erzählt, dass ich einmal die Polizei gerufen habe, weil ich jemanden laut schreien hörte. - Mein Mann konnte mich nicht davon überzeugen, dass es nur ein Traum war. Die Polizei stand dann wirklich nach einiger Zeit vor unserer Tür - erkannte anhand meiner 'Aussage' dann aber recht schnell, dass es sich wohl um einen Traum gehandelt haben muss. - War etwas peinlich, diese Situation - ist aber in echt so passiert! :-)
Traude: Im Gegensatz zu meinem Mann erinnere ich mich an nur wenige meiner Träume. Er träumt in fast jeder Nacht ausgesprochen phantasievolle und teilweise auch sehr witzige Geschichten. Einige wenigen Träume blieben allerdings in meinem Gedächtnis hängen. Einer z.B. aus meiner Kindheit – ich irre in einer mir unbekannten Stadt umher und suche nach meinen Eltern. Als ich sie finde, haben sie beide keine Beine. An den Schock kann ich mich noch sehr genau erinnern. Ich denke, damals habe ich Ängste vor Krieg und Verlassenheit verarbeitet. Ein Traum von 2007: Einige Monate, nachdem mein Vater gestorben war, träumte ich, dass ich in eine Schul- oder Studentenklasse komme und er dort vorne unterrichtet. (Dabei war mein Vater – im Gegensatz zu meinem Bruder – kein Lehrer.) Ich kann mich noch an das Glücksgefühl erinnern, seine Stimme zu hören – endlich wieder! Ich versuchte, mit ihm Kontakt aufzunehmen, aber das gelang mir leider nicht. Ich weiß noch, wie sehr ich mich dagegen wehrte, aus diesem Traum aufzuwachen. Ein Traum von kurz vor unserer Islandreise: Wir liegen auf einem Floß oder einer Plattform im Wasser – und plötzlich steckt ein Wal seinen Kopf aus dem Wasser und lässt sich von mir streicheln. Auch hier wieder pures Glücksgefühl! Als wir dann in Island waren, sahen wir tatsächlich viele Wale ziemlich nah – aber sie sahen erstens anders aus als mein „Traum-Wal“ (das war eher ein Beluga-Wal und wir sahen Buckelwale) und sooo nah, dass man sie streicheln konnte, kamen sie auch wieder nicht an unser Schifflein heran… (Die Glücksgefühle waren dennoch da!) Keine Ahnung, ob meine Träume eine verarbeitende oder sonstige Bedeutung haben, ich versuche sie als „spannende Filme“ (in Farbe übrigens) zu betrachten und glaube nicht daran, dass sie mir etwas über meine Zukunft sagen wollen.
Martina: So viele glückliche Träume. Da bist du ja zu beneiden. - Ich glaube gerne, dass es dir schwer fiel, aus deinem Traum mit deinem Vater zu erwachen. Interessant finde ich daran, dass du tatsächlich seine Stimme gehört hast. - Als ich von deinem Traum mit dem Wal las, dachte ich: Eigentlich klar, dass Traude derartig träumt. Sie setzt sich für die Umwelt ein und der 'Riese' bedankt sich dafür auf seine Weise. - Danke, dass du uns von deinen Träumen erzählt hast.
Veronika: Ja und nein. Vieles verwirklicht sich, manches nicht. Und wenn nicht, glaube ich, dass es einen tieferen Sinn hat, warum nicht.
Martina: Träume, die sich verwirklich haben, kenne ich persönlich nicht - aber ich weiß von anderen, dass es möglich ist. - Ja, alles hat seinen Sinn, auch wenn wir ihn nicht sehen.


Dienstag, 18. Juli 2017

Eine traumhafte Reise (Gedicht)


Ich schwamm im Meer der Gefühle,
war eins dort, mit allem, was ist.
Getragen von Gottes Güte,
befand ich mich mitten im Licht.
*
Um mich herum tiefer Frieden.
Sehnsucht war endlich gestillt.
Wie aus der Tiefe geboren,
war ich leicht, wie der Wind.


Foto: Echino/pixelio.de

Getragen auf Adlers Schwingen,
flog ich zum Himmel empor.
Tanzte auf Wolken und schwebte
frei durch unendlichen Raum.

*
Engel kamen hernieder,
knieten sich zu meinem Fuß.
Sprachen in leiser Weise:
„Glaub nur, alles wird gut!“
*
Niemals zuvor je im Leben,
war ich der Liebe so nah.
Sah sie mit leuchtenden Augen
und offenem Herzen, fürwahr.
*
Als ich am Morgen erwachte,
war mir, als sei’s so geschehn.
Ob ich die lieblichen Engel,
wohl einstmals werd wiedersehn?

© Martina Pfannenschmidt, 2017





Sonntag, 16. Juli 2017

Frage 7: Bist du zufällig hier?

Also ich meine jetzt nicht hier, bei mir,

in meinem Bloghaus :-),
sondern die Frage zielt in die Richtung,
ob es ein Zufall ist, dass du hier auf der Erde bist.

Mir geht es heute um den 

‚Zufall'!


Marie von Ebner-Eschenbach schreibt:

‚Der Zufall ist eine in Schleier gehüllte Notwendigkeit’

und Anatole France sagt:

‚Der Zufall ist der Deckname Gottes,

dann,

wenn er sich nicht zu erkennen geben will.’

 

‚Wunder gibt es immer wieder’ heißt es in einem Lied von Katja Ebstein, doch es gibt da noch etwas, was viel häufiger in unser Leben tritt, als Wunder, und das ist der Zufall.

Wenn ich rückblickend auf mein bisheriges Leben schaue, wird mir klar, dass es aus vielen Zufällen besteht – sie reihen sich quasi wie Perlen auf eine Schnur.

Foto: Gitti Moser - Pixelio.de

Los ging dieser Zufall damit, dass sich meine Eltern zufällig begegneten. - Oder doch schon mit dem zufälligen Entstehen unserer Welt? :-) - Aus diesem zufälligen Zusammentreffen entstanden später zwei Kinder – eins davon bin ich.

Zufälle kennen wir alle. Da treffen wir jemanden und sagen: „Was für ein Zufall!“ – doch schon verflüchtigt sich dieser Gedanke wieder. Ein ‚merkwürdiger Zufall’ bleibt uns vielleicht etwas länger im Gedächtnis.

Seitdem ich mehr und mehr auf diese Zufälle achte, scheinen sie noch mehr Freude daran zu haben, sich zu zeigen. Es gibt so unendlich viele Dinge, die mir seither bewusst zufallen. – Sie fielen mir vorher auch zu, aber eher unbewusst.

Zufälle muss es schon immer gegeben haben, denn man gab unerwarteten Geschehnissen irgendwann diesen Namen: Zufall! Warum gerade der Name? Ich denke, weil man erkannt hatte, dass es sich dabei um etwas handelt, was uns Menschen zufällt - von wo auch immer.

Zufälle – sie sind irgendwie nicht steuerbar, zumindest scheint es so. - Schade eigentlich, dass dem Zufall so selten gedankt wird. Ich mache das. Ich bedanke mich – bei wem auch immer. Es wird schon ‚jemanden’ oder ‚etwas’ geben, dass sich darüber freut. J

Für mich steckt hinter all diesen Zufällen eine Art ‚Führung’ – von wem auch immer.


Wie denkst du über

Zufälle?

Angelface: Z u f ä l l e - man könnt ja auch dazu sagen: es fällt mir etwas in den Schoß - liebe Martina, ich hab nicht drum gebeten, etwas gewünscht und dennoch passieren sie...urplötzliche Begebungen: es sollte wohl so sein, kleine Wunder - auch diese immer wunderbar - weil sie unerwartet kommen, beglückwünschen wir uns wenn sie uns begegnen, wenn es schöne Überraschungen sind die wir erleben - nachgedacht hab ich schon immer darüber warum etwas geschieht - aber - so sollte es wohl sein.. schön dass du es zum Thema gemacht hast, auch der Zufall hat einen Sinn...
Martina: Da bin ich bei dir: Auch der Zufall hat (s)einen Sinn!
Jutta: Ich glaube, dass es keine Zufälle gibt.
Für mich ist ein Zufall das Ergebnis meiner, (von irgendwem, oder irgendwas ) geplanter Lebenszeit-Abfolge.
Was ich damit sagen will, alles ist Zufall und Zufall sagt das Wort ja schon an sich: es fällt mir zu und das wiederum kann "zufällig " oder gewollt sein !
Ein Gedanken-Karussell, dass man beliebe schnell drehen kann, es kommt doch immer wieder , zufällig, das Gleiche dabei heraus.
Irgendwie schwierig, ein sehr interessantes Thema!
Martina: Ein Satz gefällt mir besonders: Ein Zufall ist das Ergebnis meiner geplanten Lebenszeit-Abfolge!
Ulla: Wenn der Zufall einen Sinn hat, dann den, dass er nicht immer eine tiefere Bedeutung mit sich führt, der man nachspüren muss. Man darf auch einfach nur Gefallen an ihm finden oder ihn einfach vergessen. Gefällt mir dein Thema.
Martina: ;-) - Vielleicht hast du recht. Vielleicht sollte man Zufällen keine weitere Bedeutung beimessen. Das fällt mir allerdings schwer, da ich immer versuche, den Sinn hinter etwas zu sehen und zu finden. Da mache ich beim Zufall keine Ausnahme - grins! 
Sophia: Für mich gibt es das, was wir oft einfach als Zufall betiteln, nicht. Und ich freunde mich immer mehr mit dem Gedanken an, dass sich die Seele sehr bewusst ein Leben hier und jetzt aussucht um bestimmte Erfahrungen zu machen, um zu lernen, zu wachsen, zu erfahren. Wie traurig wäre es sonst doch, wenn man davon ausgeht, dass dieses Leben hier endet, wenn der Körper stirbt.
Also zu deiner Frage - nein, ich denke, wir sind nicht zufällig hier. - Wir wollten es so.
Martina: Für mich macht alles andere keinen Sinn!
Klärchen: Ich denke alles was geschieht ist kein Zufall und hat einen Sinn. Es gibt Zeichen und Wunder, Gedanken und Energie die uns anzieht. Weil wir es nicht erklären können, warum manches geschieht was geschieht, nennen wir es Zufall und es wird alltäglich auch im Sprachgebrauch - du hinterlässt Nachdenklichkeit bei mir.
Martina: Danke für deine guten Gedankenansätze!
Alexander: Ich kann nicht anders als "linken" ;-), es würde sonst zu lange werden: Ist das Leben vom Schicksal oder Zufall bestimmt?
Martina: Danke für den Link - ich werde gleich mal schauen! Hab ich gemacht :-) und festgestellt, dass ich schon einmal geschaut und sogar kommentiert hatte! 
Grazyna: wir sagen Zufall, wenn wir uns das, was geschah nicht erklären können. Die Erklärung entzieht sich dem Kopf, dem Verstand, den Augen und den Ohren. Die Erklärung entzieht sich der rechten Gehirnhälfte, in der das Denken und die Logik Zuhause sind.
Alles, was uns trägt und nährt, die Natur und wir Menschen, all das sind perfekt und vollkommen. Alle Abläufe und Rhythmen sind genauestens aufeinander abgestimmt. Unser Körper mit allem seinen Organen funktioniert, wie ein Meisterwerk. Die kleinste Pflanze weiß, wie sie wachsen soll. Von all dem wissen wir mit unserer begrenzten Wahrnehmung nur ganz wenig, auch wenn wir gerne das Gegenteil hätten.
Wie sollte dann etwas passieren, was sich dem Energiefluss entzieht?
Wie sollte sowas möglich sein? Die gesamte Natur und wir sind in den Kosmischen Gesetzen, ob das der liebe Gott ist oder eine Kraft, die größer ist, als wir, geborgen. Dieses zu fühlen und dem zu horchen gibt mit Kraft und Orientierung. Es ist mir eine Inspiration.
Und, es ist mir eine riesig große Freude, liebe Martina, hier bei dir zu sein:)
Martina: Man spürt bei jedem Wort, das du schreibst, dass du dich verbunden und getragen fühlst und eins mit der Natur. Mit einem großen Verständnis um die kosmischen Gesetze erklärst du uns, dass die Zufälle selbstverständlich dazu gehören! Das finde ich großartig.
Helga F: Tante Wiki sagt dazu: "Von Zufall spricht man dann, wenn für ein einzelnes Ereignis oder das Zusammentreffen mehrerer Ereignisse keine kausale Erklärung gegeben werden kann."
Genau wie Grazyna schon sehr schön geschrieben hat, mit dem Verstand kann man nicht wirklich alles erklären, aber unsere Intuition und unser Herz ahnt von den Zusammenhängen und der Richtigkeit dessen was geschieht etwas mehr.
Liebe Martina, danke für die Erinnerung, mich öfters für die Ereignisse die mir zufallen, zu bedanken.
Martina: Es gibt so viele Dinge, die wir mit dem Verstand nicht erklären können. - Da sind unser Gefühl und unser Herz gefragt!
Astrid: Ich denke man kann sehr viel dem Zufall zuschreiben. Aber ist es vielleicht nicht doch Fügung?! Ich habe wie Du das Gefühl, dass über allem etwas stehen muss. Da ich an Gott glaube, möchte ich ihm für manche schöne Fügung danken. Oft schon ist mir in den Sinn gekommen, dass es z.B. einen Grund hatte, dass wir später als geplant von zu Hause losgefahren sind. Dann nämlich, wenn wir an einer Unfallstelle vorbei kamen. Ich habe dann innerlich immer gedacht: "Wer weiß, was passiert wäre, wenn...?
Wie so viele andere Dinge, kann sich der Mensch auch nicht solche plötzlich in sein Leben tretende Ereignisse erklären. Vielleicht hat man sie deshalb einfach mit dem Wort "Zufall" bedacht. Es lässt genügend Spielraum für eigene Vorstellungen und Interpretationen.
Martina: Ja, auch so kann sich der Zufall zeigen, indem wir zufällig durch etwas aufgehalten werden - Sekunden nur, die über Leben und Tod entscheiden können. - Wenn ich diese Momente erkenne, danke ich auch.
Ingrid: Eine absolut sehr komplexe Frage und ich denke, dass deine Antworten auf diese Frage schon ziemlich genau nach Wahrnehmung aller gut beantwortet wurde.
Dennoch möchte auch ich ein paar Gedanken hier lassen:
Marie von Ebner-Eschenbach als auch Anatole France haben es sehr gut mit wenigen Worten definiert, weil ich denke, beides ist richtig. Hier sollte man nicht einfach ein „Schwarz-Weiss-Prinzip“ berücksichtigen, denn es gibt so unendlich viele Nuancen und Zwischentöne.
Findet ihr nicht auch, dass durchaus Glaube oder Vorsehung gepaart mit unseren von naturgegebenen Sensoren eine gravierende Rolle spielen?
a) der Wahrnehmung wegen
b) der geistigen und danach der evtl. notwendigen Umsetzung ins eigene Leben.
Der Punkt ist nur, dass viele Menschen (von sich selber nicht bemerkt)mit abgestumpften Sensoren durch das Leben gehen.
Nicht jeder Zufall ist gleich zu bewerten. Einige sind einfach nur schön, andere eben unglücklich und wieder andere ein „Fingerzeig“ und so gibt es noch viele andere Beispiele.
Ich glaube nicht, dass ich zufällig hier auf Erden bin. Ich bin lediglich ein Teil der Evolution oder auch nur ein winziges Staubkorn im Wirken der Energien. Ist Gott nicht auch Energie?
A b e r ob ich alles immer richtig umsetzen kann? Das zu beurteilen wage ich nicht . . .
und vertraue darauf, dass meine Sinne (Sensoren) fein genug sind und bleiben. Dabei bin ich überzeugt, dass ich nicht immer alles richtig werte. Ich bleibe dran :-)) 
Martina: Jetzt muss ich schmunzeln: Ich bleibe auch dran :-)! - Wer von uns wird schon alles richtig machen, richtig erkennen, richtig erfassen, richtig umsetzen!? Wenn, müssten wir diesen Weg über unsere Erde wohl gar nicht mehr gehen. Ich denke, wir sind Lernende - und die machen auch mal Fehler! - Du hast recht, wir müssen unsere Sensoren sensibilisieren. Nicht ganz so einfach in unserer hektischen und lauten Welt.
Veronika: Nein, alles, aber auch wirklich alles, ist im großen Ganzen "geplant".
Martina: Da bin ich ganz bei dir. Wenn ich manchmal darüber nachdenke, wie sich alles fügt, bin ich wirklich ehrfürchtig vor all dem, was 'dahinter' steht!