Sonntag, 18. Juni 2017

3. Frage: Können uns Sätze bis ins Alter beeinflussen?

Das bin nicht ich. Es ist aber jemand aus meiner Familie!

Oft denken sich Eltern gar nichts dabei, wenn sie Sätze wie diese sagen:

          "Ich hab noch nie ein Kind gesehen, das unsportlicher ist, als du."
„Das konnte ich in deinem Alter aber besser!“
„ … hat eine bessere Note, als du!“
„Du bist genau so dumm wie ...!“
„Ich schäme mich für dich!“
"Du kannst wirklich gar nichts!"

Ich habe überlegt, ob ich Ähnliches zu hören bekommen habe. Erinnern kann ich mich daran nicht, aber vielleicht ist gerade das ja fatal. Vielleicht sind wir deshalb so schüchtern und trauen uns nichts zu, halten uns für dumm und unsportlich oder es fehlt uns an Selbstbewusstsein, weil wir als Kinder diese Sätze zu hören bekamen. - Oder 'schütteln' wir das ab und sie beeinflussen uns nicht? Wie ist deine Meinung dazu? 

Was können diese Worte anrichten oder
 was haben sie angerichtet -
oder 'treffen' sie Kinder gar nicht? 
Könnt ihr euch an ähnliche Sätze erinnern? 
Hatten/Haben sie Einfluss auf euer Selbstwertgefühl, 
auch wenn ihr längst erwachsen seid?
Wenn sie uns bis ins Alter beeinflussen,
wie können wir uns davon lösen?
Viele Fragen und hoffentlich noch mehr Antworten J!

An dieser Stelle sage ich Danke
für die lieben Kommentare zur 'Krämerladen-Geschichte'.
Mal sehen, vielleicht gibt es eine Fortsetzung in eurem Sinne.
Ich werde darüber nachdenken! 


Sophia: Selbstverständlich haben wir alle solche Sätze gehört und tragen sie im Lebensrucksack mit uns. Gute, brauchbare, manchmal erschütternde, traurigmachende, all das. Wir orientieren uns als Kinder an den Erwachsenen und glauben all das, was uns da begegnet.
"Aus dir wird nie ein sportlicher Mensch" .. "wenn du so weiter machst, bleibst eine dicke Knackwurst".... "hör auf mit der Jammerei, sonst findest nie einen Freund"...
Oft sind es nicht bös gemeinte Aussagen von vielleicht genervten Erwachsenen, aber Kinderohren hören gut und merken lang, ja oft Jahrzehnte lang..
Auflösen von alten Glaubenssätzen (denn mitunter werden sie es dann sogar) ist oft einfach möglich, zb unter Zuhilfenahme des Spiegelgesetzes, leider ist es aber auch nicht selten so, dass wir einfach damit leben... und nicht selten... leiden.
Danke für s dran- erinnern

Martina: Ich bin gerade nicht so sicher, ob es gut ist, dass ich daran erinnere, aber ohne sich dessen bewusst zu werden, kann man diese Dinge nicht auflösen. - Ja, das Spiegelgesetz - ich würde mir wünschen, dass du uns mehr darüber erzählst - vielleicht in deinem Blog 'rundumfein'?

Jutta: Anscheinend gehöre ich zu den Glücklichen, denn ich kann mich nicht an solche Aussagen erinnern. Meine Eltern waren, wenn ich so nachdenke , sehr offen und nicht konservativ. Wir haben eher diskutiert über Probleme und es gab nie negative Sätze mit Vorwürfen!
Eher begleiten mich liebevolle Hilfestellungen, die ich bekam und an die ich mich immer noch erinnere.
Aber von diesen "Sätzen" ist ja hier nicht die Rede.
Wieder ein interessante Thema von dir.
Martina: Dann warst (bist) du wirklich ein Glückskind!
Angelface: ob sich solche und ähnliche Sätze als Kind in dir einprägen und darin weiterschlummern?.....(ist die Frage) und ich sage: selbstverständlich!
auch unbewusst, denn wir blenden allzuoft aus was uns unangenehm ist, das wird dir jeder Psychologe sagen, aber
wenn dann - irgendwann einmal eine ähnliche Situation eintritt, eine in der wir schwach und nachdenklich werden, dann taucht die Erinnerung daran wieder auf.
Unser Gedächtnis ist ein Elefantenhirn, es merkt sich alles, obs wieder hervorkommt, wäre dann die nächste Frage..
interessant ist dein Ansatz dazu...
Martina: Deine Gedanken, dass wir in ähnlichen Situationen erinnert werden und unser Hirn alles speichert, finde ich spannend und nachvollziehbar!
Doris: Es kommt wahrscheinlich auf die Persönlichkeit an, dem einen schadet gar nix - beim anderen wird schon ein falsch betontes Wort zum Trauma ... gehört hat bestimmt jeder mal was "Blödes" !!!
Martina: Okay, wenn wir einmal einen 'blöden' Satz hören, wird sich das sicher nicht in uns festsetzen. Anders sieht es sicher aus, wenn wir es ständig zu hören bekommen. - Mag sein, dass es auch eine Frage des Charakters ist. 
Klärchen: Meine Antwort:"Ja." es gibt immer wieder Situationen in unserem Denken und Handeln, die uns erinnern. Wenn es uns bewusst wird, warum das so ist und woher es kommt, kann man damit umgehen und lernt das eigene "Ich" zu stärken mit Selbst - bewusst - sein.
Wer niedergedrückt wird in der Kindheit, braucht viel Kraft wieder aufrecht zu gehen und das wissen ,man hat etwas zu sagen. Es gibt heute auch immer wieder Kinder die unterdrückt werden. Glücklich sei der, wenn er in der Kindheit wohlbehütet war.

Martina: Kinder, die behütet aufwachsen, können sich in der Tat glücklich schätzen. Wünschen wir allen, bei denen es nicht so ist/war, die nötige Kraft, von der du schreibst.
Elke: Ich glaube schon, dass solche Sätze uns irgendwie prägen. Sie müssen aber nicht unbedingt von den Eltern oder Großeltern kommen, auch Lehrer und andere Personen können in unserer Kindheit etwas gesagt haben, was uns heute noch beeinflusst, bewusst oder unbewusst.
Martina: Du hast recht. Das habe ich gar nicht bedacht.
Eva: Liebe Martina, oft werden solche Sätze aus der Kindheit verdrängt, bewusst das eher wie eine „Ich will daran nicht mehr denken“ Entscheidung anmutet oder unbewusst,aufgrund innerer Konflikte. Die Verdrängung für den Menschen ist ein lebensnotwendiger – und damit in vielen Fällen äußerst sinnvoller – Abwehrmechanismus der Psyche. Bei manchen Menschen bleibt es im tiefen Innern, aber bei anderen kommen diese Dinge wieder hoch und äußern sich in verschiedenen psychischen Störungen. Schlimm, was Menschen damit anrichten.
Martina: Dieses 'Ich will nicht mehr daran denken' ist so etwas wie ein sich Zurückziehen in sein Schneckenhaus. Für eine gewisse Zeit ist das vielleicht gut und auch sinnvoll, doch leider lösen wir dadurch nicht unsere Probleme.
Grażyna: Ich habe dich bei der lieben Monika von Lebensperlenzauber „gesehen“ und treffe hier so ein spannendes Thema ein. Dazu gäbe es aus meiner Kindheit Beispiele, aber ein Extremes Beispiel habe ich vor Jahren mit meiner damaligen Arbeitskollegin erlebt. Sie war immer überhöflich und hatte sich ständig entschuldigt, wo es dazu keinen Anlass gab. Das habe ich beobachtet und auf mich hatte es den Eindruck gemacht, als ob sie sich dafür entschuldigen, dass sie auf der Welt ist. Es war meine Wahrnehmung. Einige Monate später erfuhr ich von ihr, dass sie einen Zwillingsbruder hatte, der bei der Geburt tot in diese Welt gekommen war. Einige Jahre später sagte ihre Tante beiläufig zu ihr: Ihr Bruder war tot geboren, weil sie sich im Bauch der Mutter zu breit gemacht hatte. Als ich das hörte, war mich augenscheinlich klar, warum sie sich ständig entschuldigt und meine Wahrnehmung richtig war. Schrecklich! Was man für eine Bürde dem Kind auf dem Lebensweg gibt, weil man einfach nicht nachdenkt. Weil man so unverantwortlich und unreflektiert handelt.
Ich finde gut, dass du liebe Martina hier diese Fragen und Themen stellst. Jetzt „followere“ ich dich, damit ich nichts verpasse.

Martina: Ach du liebe Güte! Beim Lesen bekam ich eine Gänsehaut. - Was ich bei deinem Kommentar hervorheben möchte ich noch etwas anderes. Du schreibst, dass du die Kollegin beobachtet und dir Gedanken über ihr Verhalten gemacht hast. Das finde ich unglaublich wichtig. Es hat immer einen Grund, weshalb wir uns so oder so verhalten. Dadurch zeigen wir Verständnis für den anderen, der wie wir hier ist, um seine Lebensaufgabe zu erfüllen. - Schön, dass du da bist!
Astrid: Ich habe solche Sätze nie von meinen Eltern gehört. Ich bin schon der Meinung, dass solche Aussagen, Kinder sehr hart treffen und sie auch beeinflussen. Viele vergessen diese Aussagen nie. 
Ich finde, man kann gewisse Dinge auch positiv ausdrücken, z.B.:
Du bist vielleicht nicht so sehr sportlich, aber dafür hast du eine Menge guter anderer Fähigkeiten.
Ich zeige dir mal, wie man das noch verbessern kann.
Das nächste Mal wird die Note bestimmt wieder besser ausfallen. War halt vielleicht nicht so ganz dein Tag.
Die anderen drei Aussagen, sind schon richtige Todsünden, die man niemals zu einem Kind / Menschen sagen sollte. Sie sind einfach unverzeihlich.
Menschen zu beleidigen, egal ob Klein oder Groß, ist unmöglich und können einen nie wieder gutzumachenden Schaden anrichten. Man sollte immer zuerst denken und dann erst reden. 
Martina: Wohl wahr! Zuerst zu denken macht Sinn! - Deine Beispiele zeigen, wie man es besser machen kann!

Kommentare:

  1. Liebe Martina, selbstverständlich haben wir alle solche Sätze gehört und tragen sie im Lebensrucksack mit uns. Gute, brauchbare, manchmal erschütternde, traurigmachende, all das. Wir orientieren uns als Kinder an den Erwachsenen und glauben all das, was uns da begegnet.
    "Aus dir wird nie ein sportlicher Mensch" .. "wenn du so weiter machst, bleibst eine dicke Knackwurst".... "hör auf mit der Jammerei, sonst findest nie einen Freund"...
    Oft sind es nicht bös gemeinte Aussagen von vielleicht genervten Erwachsenen, aber Kinderohren hören gut und merken lang, ja oft Jahrzehnte lang..
    Auflösen von alten Glaubenssätzen (denn mitunter werden sie es dann sogar) ist oft einfach möglich, zb unter Zuhilfenahme des Spiegelgesetzes, leider ist es aber auch nicht selten so, dass wir einfach damit leben... und nicht selten... leiden.
    Danke für s dran- erinnern

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  2. Anscheinend gehöre ich zu den Glücklichen, denn ich kann mich nicht an solche Aussagen erinnern.
    Meine Eltern waren, wenn ich so nachdenke , sehr offen und nicht konservativ.
    Wir haben eher diskutiert über Probleme und es gab nie negative Sätze mit Vorwürfen!
    Eher begleiten mich liebevolle Hilfestellungen, die ich bekam und an die ich mich immer noch erinnere.
    Aber von diesen "Sätzen" ist ja hier nicht die Rede.
    Wieder ein interessante Thema von dir.
    Bis zum nächsten Mal schicke ich dir
    liebe Grüße

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  3. ob sich solche und ähnliche Sätze als Kind in dir einprägen und darin weiterschlummern?.....(ist die Frage) und ich sage: selbstverständlich!
    auch unbewusst, denn wir blenden allzuoft aus was uns unangenehm ist, das wird dir jeder Psychologe sagen, aber
    wenn dann - irgendwann einmal eine ähnliche Situation eintritt, eine in der wir schwach und nachdenklich werden, dann taucht die Erinnerung daran wieder auf.
    Unser Gedächtnis ist ein Elefantenhirn, es merkt sich alles, obs wieder hervorkommt, wäre dann die nächste Frage..
    interessant ist dein Ansatz dazu...
    liebe Grüße Angelface

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  4. Es kommt wahrscheinlich auf die Persönlichkeit an, dem einen schadet gar nix - beim anderen wird schon ein falsch betontes Wort zum Trauma ... gehört hat bestimmt jeder mal was "Blödes" !!!
    LG Doris

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  5. Meine Antwort:"ja." es gibt immer wieder Situationen in unserem Denken und Handeln, die uns erinnern. Wenn es uns bewusst wird, warum das so ist und woher es kommt, kann man damit umgehen und lernt das eigene "Ich" zu stärken mit Selbst - bewusst - sein.
    Wer niedergedrückt wird in der Kindheit, braucht viel Kraft wieder aufrecht zu gehen und das wiissen ,man hat etwas zu sagen.Es gibt heute auch immer wieder Kinder die unterdrückt werden.Glücklich sei der, wenn er in der Kindheit wohlbehütet war.
    Danke für Dein Thema, liebe Grüße, Klärchen

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  6. Ihr lieben Blogfreunde & Mitprojektler,

    leider schaffe ich es nicht rum zukommen und jedem Einzelnem
    individuell zu schreiben im Blog und bei Euch! Doch bin ich hier
    und schätze sehr was ich sehen darf!
    Gerne möchte ich Euch ein liebes Zeichen geben, Euch zeigen, dass
    ich hier war, gerne geschaut habe!
    Dankeschön für alles!
    Liebe Grüße
    schickt von Herzen Monika*

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  7. Ich glaube schon, dass solche Sätze uns irgendwie prägen. Sie müssen aber nicht unbedingt von den Eltern oder Großeltern kommen, auch Lehrer und andere Personen können in unserer Kindheit etwas gesagt haben, was uns heute noch beeinflusst, bewusst oder unbewusst.
    LG Elke

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  8. Liebe Martina, ich habe dich bei der lieben Monika von Lebensperlenzauber „gesehen“ und treffe hier so ein spannendes Thema ein. Dazu gäbe es aus meiner Kindheit Beispiele, aber ein Extremes Beispiel habe ich vor Jahren mit meiner damaligen Arbeitskollegin erlebt. Sie war immer überhöfflich und hatte sich ständig entschuldigt, wo es dazu keinen Anlass gab. Das habe ich beobachtet und auf mich hatte es den Eindruck gemacht, als ob sie sich dafür entschuldigen, dass sie auf der Welt ist. Es war meine Wahrnehmung. Einige Monate später erfuhr ich von ihr, dass sie einen Zwillingsbruder hatte, der bei der Geburt tot in diese Welt gekommen war. Einige Jahre später sagte ihre Tante beiläufig zu ihr: Ihr Bruder war tot geboren, weil sie sich im Bauch der Mutter zu breit gemacht hatte. Als ich das hörte, war mich augenscheinlich klar, warum sie sich ständig entschuldigt und meine Wahrnehmung richtig war. Schrecklich! Was man für eine Bürde dem Kind auf dem Lebensweg gibt, weil man einfach nicht nachdenkt. Weil man so unverantwortlich und unreflektiert handelt.
    Ich finde gut, dass du liebe Martina hier diese Fragen und Themen stellst. Jetzt „followere“ ich dich, damit ich nichts verpasse.
    Liebe Junigrüße, die Grażyna

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  9. Liebe Martina, oft werden solche Sätze aus der Kindheit verdrängt, bewusst das eher wie eine „Ich will daran nicht mehr denken“ Entscheidung anmutet oder unbewusst,aufgrund innerer Konflikte. Die Verdrängung für den Menschen ist ein lebensnotwendiger – und damit in vielen Fällen äußerst sinnvoller – Abwehrmechanismus der Psyche. Bei manchen Menschen bleibt es im tiefen Innern, aber bei anderen kommen diese Dinge wieder hoch und äußern sich in verschiedenen psychischen Störungen. Schlimm, was Menschen damit anrichten. Liebe Grüße Eva

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  10. Liebe Martina,
    ich habe solche Sätze nie von meinen Eltern gehört. Ich bin schon der Meinung, dass solche Aussagen, Kinder sehr hart treffen und sie auch beeinflussen. Viele vergessen diese Aussagen nie.
    Ich finde, man kann gewisse Dinge auch positiv ausdrücken, z.B.:
    Du bist vielleicht nicht so sehr sportlich, aber dafür hast du eine Menge guter anderer Fähigkeiten.
    Ich zeige dir mal, wie man das noch verbessern kann.
    Das nächste Mal wird die Note bestimmt wieder besser ausfallen. War halt vielleicht nicht so ganz dein Tag.
    Die anderen drei Aussagen, sind schon richtige Todsünden, die man niemals zu einem Kind / Menschen sagen sollte. Sie sind einfach unverzeihlich.
    Menschen zu beleidigen, egal ob Klein oder Groß, ist unmöglich und können einen nie wieder gutzumachenden Schaden anrichten. Man sollte immer zuerst denken und dann erst reden.
    Herzlich Grüße aus der Hitze in die Hitze
    Astrid

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