Montag, 12. September 2016

Achtsamkeit


Dieses Wort begegnet mir in letzter Zeit auffallend häufig – es scheint, als sei es ein Modewort. 
Im Internet findet man Achtsamkeits-Übungen – unzählige Bücher wurden über das Thema geschrieben.


Doch was bedeutet es eigentlich, achtsam zu sein - und wem gegenüber? Mir selbst, anderen Menschen, der Natur?
Wenn ich viele Dinge gleichzeitig tue oder wie automatisiert erledige, bin ich nicht achtsam. Wenn ich esse, aber schon an die Dinge denke, die ich anschließend noch zu erledigen habe, schenke ich dem, was ich gerade tue – nämlich essen -, keine Achtsamkeit.
Achtsam zu sein bedeutet, den augenblicklichen Moment zu (er)leben, ohne ihn zu beurteilen – und dies bestenfalls mit einem ruhigen Geist, voll auf das konzentriert, was ich tue. Das ist das Geheimnis der Achtsamkeit. Doch wann gelingt uns dies? Ob es schon genügt, nicht unachtsam zu sein und mit allen Sinnen stets das wahrzunehmen, was ist? Auch den Menschen neben mir und die Natur?
Wann sind wir achtsam? Wenn etwas Neues, Unbekanntes, auf uns zukommt. Doch im täglichen Alltag verfallen wir oft in eine Routine und in diesen Momenten schenken wir dem, was wir tun und letztlich unserem Leben in der Gegenwart - keine Achtsamkeit.

Die Gegenwart

Achte sie und behandle sie gut.
Lass dich auf sie ein,
denn sie lebt,
noch mehr:
Sie ist voller Leben,
sie ist das Leben.

Die Gegenwart.
In ihrer kurzen Zeitspanne
ist alles enthalten, was es gibt,
was existiert und was wahr ist:
Die Freude am Wachsen,
das Gelingen der Arbeit,
das Gefühl von Schöpferkraft.
Von der Vergangenheit bleibt ja
nichts weiter
als die Erinnerung,
und die Zukunft ist nur eine Vision.

Die Gegenwart aber
- richtig gelebt und erlebt -
verwandelt die Vergangenheit
in eine frohe Erinnerung
und macht die Zukunft
zu einem Ausblick voller Hoffnung.
Deswegen:
Pass gut auf sie auf,
auf die Gegenwart.

(nach einem alten Sanskrit-Gedicht)



Foto: pixelio.Rosel Eckstein

Kommentare:

  1. Liebe Martina
    ein interessanter Beitrag über diese "Achtsamkeit" und das Gedicht
    gefällt mir besonders gut. Ich versuche auch "den Tag zu leben"
    und die Gegenwart zu genießen.
    Lg und eine sonnige, fröhliche Woche.
    Sadie

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  2. Liebe Martina,

    es fällt schwer, in der Gegenwart zu leben.
    Wir konzentrieren uns mehr auf die Zukunft.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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  3. wundervoll beschrieben was Achtsamkeit ist und sein sollte liebe Martina...
    du sprichst mir
    ja..
    aus dem herzen
    oft genug vergessen wir
    achtsam zu sein
    mit uns selbst
    aber auch mit den anderen
    und dem was wir tun..
    ein Kreislauf der uns gefangen hält uns in die Unachtsamkeit abdriften lässt..
    nein, nicht gut..
    ein wunderschöner beitrag
    für den ich dir herzlich danke..
    Angel

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  4. Liebe Martina,
    das Gedicht spricht mir aus der Seele. So sollte es sein.
    Viel zu viel Ablenkungen gibt es Tag für Tag,um den kleinen Dingen ihre Achtsamkeit zu schenken, die ihnen gebührt.
    Leider passiert mir es auch manchmal,dass ich vor lauter "Das soll ich noch machen!" etwas übersehe, das mir wichtig ist.
    Dann weiß ich ,dass ich zurückschrauben muss und mit mehr Achtsamkeit die Sache angehen sollte.
    Danke für diesen tollen Beitrag.
    Hab noch eine schöne Woche und ganz liebe Grüße schickt dir ,
    Manuela

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  5. Hallo Martina,
    schön wieder von Dir zu lesen, ich habe ganz oft an Euch gedacht. Vielleicht hat Achtsamkeit gerade so viel Aufmerksamkeit, weil wir merken wie schnell die Welt um uns geworden ist und wie wir manchmal fast gar nicht mehr Schritt halten können. Es ist gut, wenn wir immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass wir achtsamer sein müssen. Egal ob mit dem Essen, der Kosmetik oder sonstigen. Viel wird einem untergejubelt und wir haben nicht genug acht was wir da alles konsumieren. Manchmal ist das halt viel bequemer.
    Ich schick Dir eine dicke Umarmung und ganz liebe Grüße
    Manu

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  6. Liebe Martina,
    danke für diesen wundervollen Post und das so schöne Gedicht über die Achtsamkeit!
    Hab noch einen zauberhaften Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  7. Liebe Martina,
    ja, manchmal achten wir zu wenig auf die Gegenwart. Wir tun etwas, was unsere Zukunft betrifft und vergessen dabei die Gegenwart. Wir müssen ihr tatsächlich mehr Achtsamkeit schenken. Ein wirklich schönes Gedicht, in dem viel Lebensweisheit steckt.
    LG
    Astrid

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  8. Ein sehr schönes Gedicht. Es wird wohl kein Modewort sein, denn Achtsamkeit als Wort war schon immer da, nur die Menschen nehmen es nicht wahr, als das was es bedeutet. Achtsam sein, aufmerksam sein, genau hinschauen, ja, das alles hast Du geschrieben und man sollte es beherzigen. Achtsamkeit zu sich selber öffnet Türen für alles um uns herum jeden Augenblick neu.
    Ein schöner Post Martina, ein schönes Thema hallt nach.
    L.G.Klärchen

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  9. Liebe Martina,
    oh, das mit der Unachtsamkeit kenn ich nur zu gut. Mir geht es ziemlich oft so, dass ich zwei Dinge gleichzeitig mache und dadurch dem Einzelnen nicht die nötige Achtsamkeit schenke.
    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
    Christine

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  10. Ach(t), ich bin noch dabei das Wort zu deuten. Möglicherweise bin ich nur Siebensam oder gar schon Neunsam.

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  11. Achtsamkeit..
    jaa..
    in unserer heutigen schnelllebigen Zeit ist das vielfach verloren gegangen..
    man isst oft so im Vorübergehen oder vor dem Fernseher.. nimmt sich kaum Zeit etwas zu genießen und sich ganz auf etwas einzulassen..
    wie anders war das doch früher.. zum Beispiel das Essen..

    das gemeisame Gebet davor sammelte die Gedanken auf das Essen..Tischgespräch war verpönt.. man konzentrierte sich auf das Mal..
    oft dankbar dass man überhaupt etwas auf dem Teller hatte..
    ein Schlußgebet hob dann die "Tafel" auf..
    und so war es in vielen Bereichen

    liebe Grüße
    Rosi

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  12. Liebe Martina, ich glaube, dass hat auch mit den den Gehirnhälften und oder Gross oder Kleinhirn zu tun. Das ist oft vernachlässigt und muss bewusst gemacht bzw. trainiert werden. Beim einen ist das mehr oder weniger abhanden gekommen. Liebe Grüße Eva

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  13. Achtsam sein im HIER und JETZT...
    leider ist die Achtsamkeit etwas verloren gegangen
    durch die moderne Technik nimmt man nicht mehr viel wahr !

    Achtsam sein fängt bei sich selbst an ,darum
    geniesse den Augenblick und sei achtsam !

    Hier ein Beispiel :

    Statt wie sonst sich einen Kaffee oder Tee zu machen, ein Brot zu schmieren und dabei gleich über den kommenden Tag und dessen anstrengende Aufgaben zu sinnieren, nimm die die Mahlzeit bewusst wahr: Die Hitze des Kaffees, seinen belebenden Duft, das Knuspern des Brötchens beim aufschneiden, den Genuss des ersten Bissens, der wunderbare Geschmack der Konfitüre ... Wichtig ist allein, dass du dich auf das Hier und Jetzt konzentrieren, den Moment bewusst zu erleben und nicht abzudriften.

    Einen achtsamen Tag
    wünscht dir
    Margrit

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  14. ein tolles Beispiel das uns da margrit bescheint, an solch Kleinigkeiten sieht man doch schon am beginn des Tages ob wir fähig sind, die Achtsamkeit zu üben...

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