Mittwoch, 1. Juni 2016

Schwieriges Thema

Für Viele ist das Thema Sterben und Tod ein schwieriges. Am besten, wir sprechen gar nicht darüber. Ein Tabuthema sozusagen. Doch keine Familie wird drum herum kommen, sich diesem Thema eines Tages zu stellen. Im Moment ist es uns sehr nah und wir sprechen mit den Enkeln viel darüber. Für unsere Große ist es bereits die dritte Person, die ihr nahe steht, die aus dieser Welt gehen wird. Unsere Beiden sind in der glücklichen Lage, noch drei Uromas und zwei Uropas zu haben. Eine Uroma verstarb bereits und eine hat jetzt entschieden, eine anstehende OP nicht mehr durchführen zu lassen. Sie ist des Lebens müde. Vielleicht ist auch die Sehnsucht nach ihrem Sohn, der vor einem Jahr starb, zu groß. Gestern wurde ich Zeuge eines Gespräches zwischen unseren Enkeltöchtern und ich möchte euch erzählen, was ich hörte:
Die Kleine fragte die Große: „Gibt es im Himmel auch Häuser?“
Die Große: „Na klar gibt es da Häuser. Die Menschen müssen ja irgendwo wohnen.“
Eine kleine Pause.
Die Kleine: „Gibt es da auch einen Kindergarten?“
Die Große: „Ja klar. Es sterben doch auch Kinder und die gehen dann da in den Kindergarten.“
Ach so, dachte ich und hörte weiter zu.
Die Große: „Manchmal bin ich schon ein bisschen traurig, weil Oma S. jetzt sterben wird.“
Die Kleine: „Wieso, die will doch sterben.“
Die Große: „Ja stimmt.“
Dann sprangen sie auf, spielten weiter und ließen mich nachdenklich zurück. 
Klicken öffnet haus001.gif in neuem FensterIch hab die Zwei nicht unterbrochen und es so stehen lassen. Was hätte ich auch sagen sollen? Stimmt nicht, was ihr da erzählt? Ich weiß es nicht: Gibt es Häuser im Himmel und einen Kindergarten?



Heimlich still und leise
ist eine neue Followerin
in mein Bloghaus eingezogen!

Herzlich Willkommen
Elsbeth von
'Meine Welt'!


Kommentare:

  1. Wie schön, ein wunderbares gespräch. Kinder gehen mit dem Tod ganz unbefangen um und können loslassen. Vorher sagt man ,Tod gehört zum leben und in anderen südlichen Ländern können sie anders loslassen und die Toten verabschieden mit Musik und Tamtam. Ich habe da so meine eigenen Ansichten und vielle Menschen beim Sterben begleitet. Ich habe keine Angst und meine Liebem habe ich ich liebevoller Erinnerung.Ich wünschte es könnte einigen Menschen leichter fallen, sich zu verabschieden und auch richtig zu trauern bis jede Träne geweint ist.Das wird helfen das eigene Leben weiter zu leben.
    Ich mag diese Themen auch ansprechen, danke Dir!
    Lieben Gruß, Klärchen

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Sorry, meine Tippfinger sind manchmal zu schnell und die Buchstaben auch.
      Kl.

      Löschen
  2. Für mich ist es ein schwieriges Thema . Bin ich auch sehr betroffen , wenn es
    nichtmal näherstehende Personen ist . Oder im Fernsehen . So extrem ist es , seit
    ich Familie habe .
    Kinder gehen da viel lockerer mit um . Ich hab mir damals auch viel Gedanken
    gemacht um den Sohn , als der Opa starb . Aber da war es auch so unbedarft . Aber
    ein wenig realistisches hat Kindermund doch , so ja auch bei deinen Enkelinnen , " sie
    wollte doch ... " .
    Ja und was dann kommt , keine Ahnung , aber wir alle haben doch recht gute Vorstellungen .
    Wir werden es auf Erden nicht erfahren . Wir erleben nur eine Beerdigung und damit sind
    meine Gedanken ziemlich festgefahren , also ich weiß nicht , ob da noch was Schönes kommt .
    Es sind ja auch eher die Hinterbliebenen , die dann so ihre Probleme haben , in der Trauer greift dann auch nichts mehr . Aber sie ist auch wichtig . Und das Leben geht weiter .
    Für mich gibt es da auch keine Logik , es ist einfach nur Trauer , egal ob jemand alt , krank war oder sterben wollte .
    Jedem sein Glaube , was danach ist .
    Nachdenkliche verregnete trotzdem liebe Grüße
    JANI

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das klingt jetzt hart das ich schreibe , wie im Gespräch der Mädels " sie wollte doch " .
      Indirekt will sie es ja wirklich , sie nimmt es hin , weiß es , wenn nicht die OP , dann der Tod .

      Löschen
  3. Ja es ist ein sehr schwieriges Thema und es wird nicht gerne darüber gesprochen. Was ja schon irgendwie Unsinn ist, ist doch der Tod das wirklich einzige was alle Lebewesen auf diesem Planeten gleich betrifft, ausnahmslos.
    Aber der Verlust, den will man halt nicht wahrhaben. Da haben es Kinder noch einfacher, sie können sich das so vorstellen, mit Häusern und Kindergarten usw. Wann verlieren wir diese Vorstellung, warum glauben wir nicht weiter daran? Es würde vieles einfacher machen.
    Darüber kann man sehr viel nachdenken und bekommt doch nie eine Antwort.
    ♥liche Grüße
    Claudia

    AntwortenLöschen
  4. Ich selber finde es keine schwieriges Thema, so wie die Geburt gehört auch der Tod zum Leben, leider wird das Thema einfach weggeschoben als wenn jeder Mensch unsterblich wäre !
    Die Kinder gehen ja mit diesem Thema viel besser um als Erwachsene ,
    man sieht es ja auch bei schwerkranken Kindern wie anders sie mit dem
    Tod umgehen !
    In anderen Ländern wie Indien wird der Tod gefeiert, sie freuen sich an ein Leben danach !

    Ich habe viele meiner Lieben schon früh verloren, aber in meinem Herzen
    leben sie weiter ,halte auch oft Zwiegespräche mit ihnen !

    Ich selber habe keine Angst vor dem Tod ,denn für mich ist es
    nicht zu Ende ,man tritt einfach in eine andere Welt ein !
    Ich glaube fest an ein Leben nach dem Tod .Für mich gibt es eine göttliche Ebene und der Tod ist nichts Endgültiges, sondern die Geburt in ein anderes Leben !

    Herzlich grüsst dich
    Margrit






    AntwortenLöschen
  5. Liebe Martina,
    du hast gut daran getan, die Beiden nicht zu stören. Man sollte schon früh auf dieses Tabuthema hinweisen. Es ist dann später viel leichter.
    Seit ich Sterbebegleitung mache - und das sind schon einige Jahre - habe ich ein ganz anderes Verhältnis zu diesem Thema. Es ist kein Tabu mehr, es gehört zum Leben.
    Einen sonnigen Wochenteiler wünscht
    Irmi

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Martina,
    das ist definitiv ein Thema, bei dem man nur schwer die richtigen Worte findet. Die beiden Mädchen nicht bei ihrem Gespräch zu stören, das hätte ich auch gemacht, denn es stimmt: was soll man sagen, man weiß ja selber nicht wie es im Himmel ist und es ist doch die Vorstellung schön, dass es Häuser, Kindergärten usw. gibt.
    Ich habe keine Angst vor dem Tod, in der Erinnerung meiner Lieben werde ich bestimmt weiterleben.
    Lg und noch einen sonnigen Tag.
    Sadie

    AntwortenLöschen
  7. Ja, was soll man sagen? Ich finde es okay, dass Du die beiden nicht in ihrem Gespräch und ihren Vorstellungen gestört hast. Diese Vorstellung, die sie haben ist sehr kindgerecht und genauso, wie sie es auch verarbeiten können. Ich denke, jeder Mensch macht sich in den einzelnen Lebensphasen unterschiedliche und seine ganz eigenen Vorstellungen. Es weiß ja auch keiner wie es ist und wie es sein wird.
    Ich habe mit Schulkindern schon Gespräche über den Tod geführt und ich fand, dass sie relativ offen und unbefangen mit diesem Thema umgehen. Doch auch das kann man nicht verallgemeinern.
    LG
    Astrid

    AntwortenLöschen
  8. der Tod gehört zum Leben
    und gerade Kinder gehen damit ganz unbefangen um..
    uns Erwachsenen fällt es da schon schwerer..
    und manchmal kommen Zweifel..
    aber der Glaube an einen Übergang egal wohin und in was hat doch etwas Tröstliches
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  9. Ich finde es tröstlich und beglückend, dass Kinder es doch immer wieder schaffen, dieses für Erwachsene so schwierige Thema ganz einfach zu besprechen und dann in ihrem Spiel fortzufahren. Es ist ein Autatmen auch für die eigene Seele, diesen Vorstellungen zu folgen und tatsächlich vielleicht einmal davon auszugehen, dass es doch sein könnte, dass "da drüben" ein Raum für jeden einzelnen Menschen ist. LG Tanja

    AntwortenLöschen
  10. wunderbar liebe Martina dass du nur zugehört hast und nicht "störtest bei den kindlichen gedankengängen, so erfährt man auch ohne zu fragen was sie denken und ihre Vorstellung vom Leben und sterben. Alle wissen es, das Leben gehört zum Tod und umgekehrt und dennoch möchte keiner darüber sprechen der nicht selbst eine Erfahrung mit dem gevatter Dunkel machte.Irgendwie macht es uns anscheinend ANgst nicht mehr da zu sein? ich meine immer, man wechselt in andere Räume, nicht mehr und das ist doch tröstlich.
    Solange sich menschen in gedanken nah sind leben sie füreinander weiter, sie sind schließlich nur auf einer großen Reise ins Nirgendwo...das keiner kennt.
    herzlichst Angel...
    ein gutes Thema

    AntwortenLöschen