Samstag, 3. Oktober 2015

Sonntagsgedanken - Thema: Buch!

Heute drehen sich meine Gedanken
um das
Buch,
denn Ulla macht es zum Thema 
bei ihrer Aktion
'Poesie à la carte'.
Ich bin schon gespannt
auf die Texte der anderen
und schau gleich mal bei ihr!
Klick!


Klick!!


Betrachten wir ein Buch -

Ob es uns anspricht oder nicht,
entscheidet oft schon der erste Blick.

Wir schlagen es auf.
Voller Erwartung beginnen wir zu lesen.
Wird uns das Buch fesseln, mitreißen?
Werden wir fasziniert sein von dem Leben,
das uns dort beschrieben wird?
Wird es eine langweilige oder ergreifende Geschichte sein?

Wir werden mit dem Romanhelden um seine große Liebe wetteifern
oder mit ihm in den Krieg ziehen.
Wir leiden und lachen mit ihm, wir erleben sein Leben.
Wenn es ‚gut’ ist, das Buch, in dem wir lesen,
ist es egal, ob es 300 oder 500 Seiten umfasst.
Schon vorbei? Schade!

Ein Buch – geschrieben von einem Menschen,
der die Geschicke eines anderen mit seiner Feder führt.
Er entscheidet, was geschieht.
Die Romanfigur ist dem Autor ausgeliefert.
Kann nichts tun – sich nicht wehren.

Und wir?
Sind wir auch nur eine willenlose Romanfigur
im Buch unseres Lebens?
Lassen wir andere unsere Lebensgeschichte schreiben?
Sind wir wie die Romanfigur einem anderen ausgeliefert?

Vielleicht Gott? Sind wir Gott ausgeliefert?
Schreibt er das Buch unseres Lebens
ohne dass wir ein Wörtchen dabei mitreden können?
Entscheidet er über unser Leben?

Ist es egal, was wir tun?
Alles ist Schicksal und vorbestimmt?
Ist er der Lenker – der Autor?
Liegt unser Schicksal in seiner Hand,
wie das Leben einer Romanfigur
in der Hand des Schriftstellers liegt?

Wir können ein oder 1000 Bücher lesen:
Wenn wir nicht begreifen,
dass wir am Buch unseres eigenen Lebens selbst mitschreiben,
wird uns das Schicksal überrennen.

Wenn das letzte Kapitel unseres Buches geschrieben wurde,
ist es egal, ob es 300 oder 500 Seiten umfasst.

War es erfüllt, unser Leben?

Schade! Schon vorbei!


© Martina Pfannenschmidt, 2015




Kommentare:

  1. Liebe Martina, ich finde es unheimlich interessant was für Gedanken zusammenkommen über das Buch. Das Buch des Lebens schreiben wir selber, wie wahr. Schöne Gedanken darüber, die ich wieder gern gelesen habe von dir. Ich habe mich schwer getan mit diesem Thema, komisch!
    Grüsse in die Nacht, bis der Morgen erwacht, einen schönen Sonntag für Dich, klärchen

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  2. Interessante Gedanken sind Dir beim Thema Buch durch den Kopf gegangen.
    Unser Leben mit einem Buch zu vergleichen, erinnert mich an einen Spruch in meinem Poesiealbum, den mir damals eine Lehrerin hinein geschrieben hat. Leider habe ich das Album im Moment nicht zur Hand, aber so habe ich ihn noch in Erinnerung: Das Leben ist ein Buch, Toren durchblättern es, der Weise aber, liest es mit Bedacht.
    LG
    Astrid

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  3. Liebe Martina,

    mit dir hoffe ich, dass unser Buch des Lebens am Ende erfüllt ist.
    Sonnige Sonntagsgrüße
    Elisabeth

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  4. Liebe Martina,

    deine Gedanken haben mir sehr gut gefallen,
    wir schreiben am eigenen "Buch des Lebens",
    das von liebenden Händen getragen wird.

    Ganz herzliche Sonntagsgrüße,

    Birgitta

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  5. Liebe Martina - wer ist es der die Geschicke lenkt?
    Meine Figur wird zwar ausgestattet mit Eigenschaften, Wünschen und Zielen - als "Erschaffer" und "Erfinder" von Geschichten durfte ich allerdings oft auch feststellen, dass sich meine Figuren während ihrer Reise gelegentlich verselbständigt und mir sozusagen das Zepter aus der Hand genommen haben, bevor ich sie wieder in ihre Bahnen lenken konnte.
    Ich schätze mal, unserm Erschaffer geht es nicht anders und erst am "Ziel" ist er wieder ganz allein federführend -liebe Grüße, Ulla

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  6. Liebe Martina,das macht nachdenklich, was Du schreibst. Bin aber auch der Meinung, dass äussere Umstände dazu beitragen, das Leben mitzuschreiben. Und manchmal fragt man sich, wieso schreibt Gott das Lebensbuch so?Schönen Abend,alles Liebe Eva

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  7. Wenn es für den Autor so einfach wäre. *laaach Die meisten Figuren in den Büchern sind ihrem Erschaffer nur sehr begrenzt ausgeliefert, oft gehen sie sehr schnell sehr eigene Wege und man muss sie wieder einfangen. Nicht nur bei Büchern, auch bei Theaterstücken muss man beim schreiben aufpassen, dass dies Gesellen nicht einfach machen was sie wollen. *laaach Aber wie Ulla schon schreibt,am Ende ist es der Schöpfer, der den Charakteren im Buch, aber auch uns im Leben, den Zielpunkt vorgibt.
    So viele interessante Gedanken zum Buch, da habe ich ein bisschen Material zum
    Nachdenken.
    Liebe Grüße Jürgen

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  8. Wundervolle Gedanken hast du da gedacht und zusammengetragen zum Thema Buch. In den letzten Wochen , habe ich sehr sehr viel darüber nachgedacht. Ein einziges Buch wollte ich nur mal so mit meinen Gedichten und Geschichten füllen was mir ja auch gelungen ist aber weitere Bücher werde ich nicht mehr auf den Buchmarkt bringen wollen denn wie Du so schön erkannt hast, das wichtigste Buch , das Buch unseres Lebens schreiben wir ganz alleine und es ist so wichtig es gut gefüllt zu wissen. Da spielen für jeden Menschen und auch gerade Autoren facettenreiche Beweggründe eine Rolle. Ich sende Dir ganz liebe grüße in Deinen Abend , die Celine

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  9. Jetzt hatte mich ein Besucher abgelenkt und nun bin ich wieder hier und muss lächeln.
    Du hast recht, wir schreiben unser eigenes Buch und ab und an werden wir gelenkt oder abgelenkt (wie ich grad eben). Ich glaube, dass Gesamtpaket ist es, was ein Buch und ein Leben ausmacht :O) .....

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