Dienstag, 21. April 2015

Ein unerfüllbarer Wunsch?

In diesen zwei Sätzen verstecken sich unsere fünf Reizwörter:

Woche für Woche liegen wir wohlgemut auf dem Sofa,
anstatt unseren Körper zu formen. Deshalb wollen wir demnächst Sport zu treiben. :-)

Ich bin gespannt, welche Geschichten 
 aus der Feder geflossen sind!



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Laura saß auf ihrem gemütlichen Sofa und strickte an einem Paar Wollsocken, denn sie litt ständig unter kalten Füßen. Ihre Gedanken wanderten zu ihrem Hochzeitstag, den sie und Oliver in dieser Woche feiern durften. Das verflixte 7. Ehejahr lag dann vor ihnen, doch das machte Laura keine Angst, denn sie waren immer noch glücklich. Abrupt sprang sie auf, denn ihr kam eine Idee. Sie würde schon einmal den Teig ansetzen, um ihrem Schatz Kekse zu backen. Die, die er so gerne mochte, mit Mandeln darin und viel Schokolade oben drauf. Sie wollte sie diesmal zu kleinen Herzen formen und sie ihm heimlich am Hochzeitstag in seine Arbeitstasche schmuggeln. Darüber würde er sich sicher freuen. Wohlgemut machte sie sich ans Werk.
Gerade in dem Moment, als sie den Teig zum Ruhen in den Kühlschrank legte, betrat ihr Herzallerliebster den Raum.
„Hallo, mein Schatz, hattest du einen anstrengenden Tag?“, begrüßte sie ihn.
„Wenn ich ehrlich bin, ja. Und er ist auch noch nicht zu Ende. Bitte sei nicht böse, aber ich musste mir noch ein paar Akten mit nach Hause nehmen. Was gibt’s denn zu Essen?“
„Ich dachte …“, schnell schluckte Laura herunter, dass sie dachte, sie könnten gemütlich essen gehen. Sie sah Oliver an, dass ihm nicht der Sinn danach stand. Deshalb sagte sie schnell: „Ich dachte, ich hole uns gleich etwas bei ‚Luigi’. Ist das okay?“
„Ja, ist okay“, sagte er nur kurz und verschwand in seinem Arbeitszimmer.
Oliver arbeitete zu viel. Sie hätte sich gewünscht, dass er mehr Zeit für sie haben würde. Aber man konnte wohl nicht alles haben, zumindest behauptete ihre Freundin Susi das. Laura war ja glücklich. Eigentlich! Dieses kleine Wörtchen machte jedoch den Unterschied, denn da gab es noch etwas, was sie sich wünschte: Ein Kind! Es war nicht so, dass Oliver nicht auch von einer ‚richtigen’ Familie sprach, doch es bedeutete ihm nicht so viel, wie ihr.
„Wir haben doch ein schönes Leben“, hatte er ihr einmal gesagt, als sie ihn drängen wollte, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen, ob es vielleicht an ihm liegen könnte, dass sich bisher noch kein Nachwuchs eingestellt hatte. Doch das kam für Oliver nicht in Betracht. Sie selbst war schon mehrfach beim Arzt gewesen, der ihr immer wieder bestätigt hatte, dass organisch alles in Ordnung sei. Das würde dann im Umkehrschluss bedeuten, dass es vielleicht seelische Gründe gab, die eine Schwangerschaft verhinderten. Susi vermutete, Laura würde sich zu viel Druck machen.
„Kinder kommen, wenn sie es für richtig halten“, hatte sie gesagt. Susi und Sven hatten auch keine Kinder, dass machte es Laura im Moment noch etwas leichter, mit der Kinderlosigkeit klar zu kommen. Die beiden waren ihr insofern ein Vorbild, als dass sie sich dadurch nicht aus der Ruhe bringen ließen. „Wir sind doch noch jung“, hatte Susi gesagt. „Lasst uns doch diese Zeit genießen. Wenn erst Kinder da sind, ändert sich so viel. Im Moment genieße ich noch die Freiheiten, die man ohne Kinder hat“. Doch so dachte Laura nicht. Jedes Mal, wenn ihre Regel bevor stand, betete sie inständig, sie möge sich nicht einstellen. Doch dann kam sie doch und mit ihr eine große Traurigkeit, die sie Oliver gegenüber aber nicht zeigen wollte. Zweimal schon hatte sie heimlich einen Schwangerschaftstest gekauft und durchgeführt, nur weil sich ihre Regel zwei Tage zu spät einstellte. Sie wusste natürlich, dass es für einen Test da noch viel zu früh gewesen war, doch sie konnte es einfach nicht erwarten, das magische Wort ‚schwanger’ darauf zu lesen.
Lauras Handy klingelte. Es war Susi, die nachfragte, ob sie kurz auf einen Besuch hereinschneien dürfte. Fünf Minuten später stand sie bereits vor der Tür.
„Nanu, du bist ja schneller, als die Polizei erlaubt“, scherzte Laura.
„Ich war gerade in der Nähe“, stellte Susi klar, „da dachte ich, ich schau mal herein und verkünde euch die große Neuigkeit.“ Während sich Susi suchend nach Oliver umsah, war es Laura, als habe ihr die Freundin mit der Faust in den Bauch geschlagen, denn sie ahnte, mit welcher Nachricht sie zu ihnen kam.
„Wo ist denn Oliver?“, fragte Susi kurz.
„In seinem Arbeitszimmer“, antwortete Laura und fügte die Frage an: „Was gibt es denn Neues?“
„Stell dir vor, meine Liebe!“ … Lauras Herz klopfte so laut, dass sie dachte, es würde herausspringen. „Sven hat vor ein paar Tagen einen Hund aus dem Tierheim mit nach Hause geschleppt. Und ich hatte ihm noch gesagt, dass uns so ein Hund nur einschränkt in unserer Freiheit. Aber jetzt, wo er da ist, muss ich sagen, er würde mir fehlen, wenn ich ihn wieder weggeben müsste. Ich wollte auch eigentlich nur wissen, ob ihr ihn euch ansehen möchtet? Wie sieht's aus, kommt ihr später noch kurz zu uns?“
Es war ein dicker Felsbrocken, der Laura vom Herzen fiel. Wie hätte sie sich verhalten, wenn Susi von einer Schwangerschaft erzählt hätte? Wäre es ihr gelungen, sich mit ihr und Sven zu freuen? Sie konnte und wollte nicht weiter darüber nachdenken. Da Oliver an dem Abend keine Zeit mehr fand, verlegten sie den Besuch auf das kommende Wochenende.
Einige Wochen später saß Laura im Park in unmittelbarer Nähe eines Spielplatzes und beobachtete die Mütter mit ihren Kindern. In ihrer Handtasche befand sich wieder einmal ein Schwangerschaftstest. Diesmal war sie schon eine Woche über der Zeit. Sie wusste noch nicht, ob sie sich schon freuen durfte. Im Moment war es jedenfalls noch unglaublich schmerzhaft, die Mütter mit ihren Kindern zu beobachten. Dort, der kleine Junge, der von seiner Mami getröstet wurde. Daneben das Mädchen mit den blonden Locken, die lustig hüpften, wenn die Kleine mit Anlauf in den Sandkasten sprang. Wie ihr  Kind wohl aussehen würde? Eine junge Frau, die einen Kinderwagen schob, setzte sich neben Laura auf die Bank.
Argwöhnisch schaute sie in den Kinderwagen. Das Kind lag dort und spielte mit seiner Rassel. Dann drehte es das Köpfchen und schaute Laura direkt in die Augen. Sein Lächeln bohrte sich wie ein Messer in ihr Herz, so dass sie aufsprang und regelrecht davon lief. Sie spürte die verständnislosen Blicke der Mutter in ihrem Rücken. Sie musste jetzt nach Hause. Laura brauchte Gewissheit und rannte mit dem Test ins Bad. Kurz darauf zeigte sich Blut in der Toilette.




© Martina Pfannenschmidt, 2015

Kommentare:

  1. Meine Geschichte... und es ist ein unerfüllter Wunsch geblieben.
    Nach so vielen Jahren kommen beim Lesen Deiner Geschichte so viele Erinnerungen und Gefühle wieder hoch.
    Inge

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    1. Ach, liebe Inge, es lag mir fern, alte Wunden aufzureißen!! Es tut mir leid, dass sich kein Kind bei euch eingefunden hat. Ich kenne dieses Gefühl so ein ganz kleines bisschen aus der Zeit, bevor sich die ersehnte Schwangerschaft einstellte. Es wäre für mich auch sehr, sehr schwer gewesen, ohne Kind. Hoffentlich habe ich dir den Tag durch meine Geschichte nicht schwer gemacht! Alles Liebe! Martina

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    2. Nein Martina, keine Sorge. Es ist wie es ist. Das Leben geht nicht immer den Weg, den man sich wünscht. Es ist trotzdem schön, nur ein bisschen anders...
      Liebe Grüße
      Inge

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  2. Ich kann mir gut vorstellen, dass es vielen Frauen so geht, wie Laura in Deiner Geschichte. Sie ist direkt aus dem Leben gegriffen.
    Wir hätten auch gerne noch ein oder zwei Kinder neben unserem Sohn gehabt. Aber es sollte eben nicht sein und so ist er ein Einzelkind geblieben. Aber wir haben einen Sohn und das ist schön, denn mir wäre es wie Laura schon schwer gefallen kein Kind zu haben.
    LG
    AStrid

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    1. Bei uns ist oder war es genau so. Wir haben auch nur eine Tochter, was so nicht geplant war. Doch das Leben hat anders entschieden und wir sind soooo froh, dass wir wenigstens sie haben! LG Martina

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  3. Mir sind bei deiner Geschichte so viel Gedanken durch den Kopf gegangen, die ich hier gar nicht kommentieren kann. Nur eins: während für die Frauen die biologische Uhr tickt, haben es die Männer, was Kinder angeht, überhaupt nicht eilig.
    LG Elke

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    1. Ich bin sehr jung Mutter geworden - mein Mann hätte auch noch warten können. Aber Gott sei Dank war das Kind da anderer Meinung und wollte geboren werden. Das die Männer mit dem Thema anders umgehen, ist wohl oft das Problem von uns Frauen! LG Martina

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  4. Danke, Martina für Deine zu Herzen gehende Geschichte! Dieses Thema betrifft immer mehr Menschen. Vielleicht hilft es, die Mitwelt besser zu behandeln.

    Alles Liebe
    Eva :)
    https://evasgeschichten.wordpress.com/

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    1. Ja, es sind viele, die gerne ein Kind (gehabt) hätten. Irgendwann muss man es wohl akzeptieren und sein Leben so ausrichten, dass es kein unerträglicher Zustand ist. Danke und LG! Martina

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  5. Eine Geschichte , mitten aus dem wahren Leben ...so geht es wohl vielen .....

    Ich wünsche Dir noch einen sonnigen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Leider, möchte ich sagen. Es wäre so schön, wenn allen Ehepaaren, die sich ein Kind wünschen, dieser Wunsch auch erfüllt werden könnte! LG Martina

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  6. Liebe Martina, ich möchte mir nicht die Fortsetzung ausmalen, wenn es nicht klappt. Man kennt das zur Genüge. Schön, deine Geschichte , vor allem bei dir nicht Realität.Liebe Grüße Eva

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    1. Du hast recht, ich habe eine Tochter und 2 Enkel. Eine Leben ohne sie - für mich unvorstellbar! Ich freue mich wirklich, dass ich sie alle um mich herum habe! LG Martina

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  7. Liebe Martina,
    ich bin auch sehr froh, dass ich meine Kinder habe und nicht die Erfahrungen machen musste wie deine Laura! Eine nachdenklich machende Geschichte, mitten aus dem Leben ist dir da gelungen. Vielen Dank dafür!
    Liebe Grüße
    Regina

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    1. Danke Regina! Ja, du hast ja sogar zwei Kinder und kannst dir wohl auch ein Leben ohne sie nicht vorstellen. Gut, dass wir sie haben! LG Martina

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  8. Eine schöne Geschichte und wie alle Kommentare vorher schon zeigen eine recht wahre.
    Ich fidne es auch sooooo traurig, wenn Eltern ungewollt Kinderlos bleiben und im Gegensatz dazu bekommen andere Kinder und "werfen" sie einfach weg.
    *UNVORSTELLBAR*
    :O) .....

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    1. Und genau diese anscheinend sooooo ungerechten Dinge sind es, die mich nach dem Sinn von allem fragen lassen!

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  9. Liebe Martina,
    es ist schon ungerecht. Manche Frauen wünschen sich unbedingt Kinder, und bekommen keine - und andere werden ungewollt schwanger, lassen die Kinder abtreiben oder geben sie zur Adoption frei ...
    Ich stand zum Glück nie vor diesem Problem. Ich wollte nie Kinder haben, und deshalb sind mir diese Erfahrungen erspart geblieben. Aber ich kenne natürlich auch Fälle, wo die Paare auseinander gegangen sind, weil es mit dem Kinderwunsch nicht geklappt hat. Oder der eine Partner unbedingt Kinder wollte und der andere nicht ...
    Eine schwierige Thematik. Du hast sie sehr gut rübergebracht!
    Liebe Grüße
    Christine

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    1. Das ist interessant, Christine, dass bei dir nie ein Kinderwunsch bestand. Bei den meisten ist das wohl anders. Da ist dir ja einiges erspart geblieben! Danke für den Kommentar! Martina

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  10. liebe Martina...eine der vielen geschichten die man mitten aus dem leben herausgreift und erzählt. Eine schöne, wenn auch etwas traurige Geschichte deiner Laura....
    Viele Geschichten enthalten eigene Erfahrungen, eigene Erzählungen von anderen, die wir kennen. Kinderlos zu bleiben, unfreiwillig oder nicht einig mit dem Partner können große Belastungen sein in denen oftmals sogar eine Ehe bricht, nicht aushält wenn Wünsche nicht in Erfüllung gehen....das macht mich nachdenklich.
    so erzählt das Leben seine geschichten und was wird? das was wir jetzt haben, eine Gesellschaft mit zu wenig Kindern und viel viel mehr Alten...?!!!! Wobei dies für Deutschland gilt.

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    1. Auf der einen Seite der Welt gibt es viele Paare, die sich sehnlich ein Kind wünschen, das dann ausbleibt und auf der anderen Seite der Welt werden viel zu viele Kinder geboren, die dann verhungern und sterben. Das ist schwer zu ertragen! Danke für deinen Kommentar! Martina

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  11. Liebe Martina.... Bei Laura hat es also wieder nicht geklappt, schade und traurig. Ich habe auch nur 1 Tochter die jetzt 50 Jahre wird. So traurig es ist, sie beschenkt mich nicht mit einem Enkelchen. So ist das Leben, nun es hat alles einen Sinn. LG.Gerda R.

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    1. Wer weiß, liebe Gerda, vielleicht ist deine Tochter auch sehr traurig darüber, dass sie keine Kinder hat. Oder hat sie ganz bewusst keine Kinder gewollt? Schön trotzdem, dass du deine Tochter hast! LG Martina

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  12. Ist es nicht schlimm, die einen wünschen sich so sehnlichst ein Kind und andere gehen mit diesem kostbarem Geschenk, so unachtsam um.
    Übrigens habe ich heute Morgen meine Geschichte für Dienstag geschrieben, sie war also fertig als ich hierher kam zum Lesen, aber : Meine Heldin heißt auch Laura
    Was sagt das aus, haben wir irgendeinen gemeinsamen Draht zueinander (kichern) LGLore

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