Dienstag, 11. November 2014

‚Herzblatt’

Hallo, meine Lieben, 
heute erwartet euch bei mir eine Herz-Schmerz-Geschichte!
Was Lore und Eva aus diesen 

Reizwörtern: Tür – Ballon – reizend – servieren – erwarten

gemacht haben, lest ihr hier und hier!!!
Von Regina wird es wegen eines Trauerfalles im
engeren Freundeskreis heute keine Geschichte geben.
Sie bittet in ihrem Blog dafür um euer Verständnis.

Liebe Regina,

wir sind in diesen schweren Tagen des Abschieds
in Gedanken bei dir! Fühl dich umarmt! Martina


Laura schlenderte alleine über den Jahrmarkt. Es war gerade eine Woche her, dass Mark sie verlassen hatte. Er hatte ihr in einer SMS erklärt, dass er sich in eine Kollegin verliebt habe und sich deshalb von ihr trennen würde. Eine SMS – nach 4 Jahren.
Danach hatte Laura die ganze Nacht über geweint, und ausgerechnet jetzt war ihre Freundin Jasmin im Urlaub.
Laura zermarterte sich den Kopf. Warum war ihr das nur passiert? Bestimmt hatte sie Fehler gemacht.
‚Wäre Jasmin jetzt hier’, schmunzelte sie, ‚dann würde sie mir ordentlich den Kopf waschen. ‚Er geht’, würde sie sagen, ‚und du suchst den Fehler bei dir. Bist du noch ganz frisch?’
Jasmin war so herrlich unkompliziert und sie schaffte es stets, Laura aus einem Tief wieder herauszuholen. Aber jetzt musste sie zuerst einmal alleine mit dieser Situation klar kommen.
Laura stellte sich an die Bande des Autoskooters und beobachtete die verliebten Pärchen. Ihr Herz blutete dabei. Ob sie sich noch einmal verlieben würde? Wo war er nur, fragte sie sich in diesem Moment, der Mann, der sie von Herzen liebte und zu ihr hielt in guten wie in schlechten Zeiten? Sie hatte immer gehofft, mit Mark den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. Nun wusste sie es besser.
Laura schlenderte weiter. Mitten im Hauptgang stand ein kleines Mädchen und schaute einem roten Ballon hinterher, der in den Abendhimmel verschwand. Laura hatte als Kind auch einen Luftballon mit einer Karte daran abgeschickt. Leider kam diese nie zu ihr zurück.
Ihr Blick fiel auf einen mit Gas gefüllten knallroten Herzluftballon am Stand hinter dem Kind. Den musste sie haben. Sie würde ihn fliegen lassen, um sich so symbolisch von Mark zu verabschieden. 
Als sie wieder zuhause war, suchte sie nach einer Karte, die sie an den Ballon heften wollte, so wie damals, als Kind. Ihr fiel eine Ansichtskarte ihrer Stadt in die Hände, darauf schrieb sie: ‚Gibt es irgendwo auf der Welt einen Mann, der es ernst mit mir meint? Der mich nicht wegen einer Anderen verlässt? Der liebevoll und treu ist? Mich liebt, so wie ich bin und immer zu mir steht? Wenn der Zufall es möchte, dann wirst genau  D U  diese Karte finden, zu mir kommen und mich dein ‚Herzblatt’ nennen.’
Dann ging sie auf den Balkon, gab dem Luftballon die Freiheit und rief ihm hinterher: „Flieg los und bring mir den Mann meiner Träume“.

Dennis joggte durch den Park, so wie er es an jedem Abend machte. Zu Hause erwartete ihn sowieso niemand und die sportliche Betätigung würde ihm gut tun. Schon von weitem sah er in einem Baum einen roten Luftballon. Da Dennis sportlich war, kletterte er kurzerhand hinauf und schnappte ihn. Die Postkarte, die daran hing, zeigte seine Stadt. Dann las er den Text, der ihn mitten ins Herz traf. Diese Frau würde er gerne finden – aber wie sollte er das anstellen? Er wusste nichts von ihr, außer, dass sie romantisch war und auch in dieser Stadt lebte. Weshalb hatte sie nicht wenigstens ihren Namen auf die Karte geschrieben? Dann hätte eine Chance bestanden. Aber so war es aussichtslos. Dennoch steckte er die Karte ein. Während er weiter lief, gingen ihm diese Worte nicht aus dem Kopf.

Jasmin war inzwischen aus dem Urlaub zurückgekehrt. Sie hatte Laura zur Seite gestanden, als Mark seine letzten Sachen aus der Wohnung geholt und ihr den Wohnungsschlüssel in die Hand gedrückt hatte. Nachdem die Tür ins Schloss gefallen war, flossen bei Laura noch viele Tränen, doch inzwischen waren sie getrocknet. Laura war auf gutem Wege, ihr altes Leben abzustreifen.
„Und dazu gehört in jedem Fall ein Wohnungswechsel“, hatte Jasmin gemeint. „In dieser Wohnung wabern die Gedanken an Mark. Das ist nicht gut, starte mit einer anderen Wohnung in ein neues Leben“. Bald darauf machten sie sich auf die Suche nach einer passenden Wohnung für Laura.
 „Das hört sich doch gut an“, meinte diese, als sie im Internet auf eine Anzeige stieß. „Hör mal!“, forderte sie Jasmin auf. „2-Zimmer-Wohnung im Dachgeschoss mit Balkon. Und die Lage ist ideal. Von dort aus könnte ich zu Fuß zur Arbeit gehen. Da rufe ich gleich mal an.“
Zwei Stunden später standen die beiden Freundinnen in der Wohnung. Sie war toll geschnitten und hatte einen schönen Süd-Balkon. Auch der Preis stimmte. Alles war einfach perfekt. Laura musste nicht lange überlegen. Sie nahm die Wohnung. Auf ihrem schwungvollen Weg zurück ins Parterre rannte Jasmin fast zwei junge Männer um.
„Wohin so eilig?“, fragte der eine verschmitzt und fügte eine weitere  Frage hinzu: „Wohnst du auch hier?“
„Ich nicht“, erwiderte Jasmin, „aber meine Freundin Laura hat gerade die Dachgeschosswohnung gemietet“.
„Das trifft sich doch gut“, meinte der junge Mann mit dem Namen Daniel. „Mein Freund Dennis ist auch gerade hier eingezogen.“
Dann richtete er eine Frage an seinen Freund: „Was denkst du, möchtest du die beiden reizenden Damen nicht zu einem Sekt in deine Wohnung einladen? Als Willkommensgruß sozusagen!“
Eine kurze Zeit später servierte Dennis allen den prickelnden Schaumwein. Nach einer Weile verspürte der junge Mann das Bedürfnis, von dem Fund des Ballons zu erzählen. Dennis ging zu seinem Schreibtisch, nahm die Karte zur Hand, und las den anderen den Text vor, der darauf stand. 
„Gibt es irgendwo auf der Welt einen Mann, der es ernst mit mir meint? Der mich nicht wegen einer Anderen verlässt? Der liebevoll …“. Weiter kam er nicht, denn Laura, die mit aufgerissenen Augen das Szenario verfolgte, fiel ihm ins Wort „… und treu ist? Mich liebt, so wie ich bin und immer zu mir steht? Wenn der Zufall es möchte, dann wirst genau  D U  diese Karte finden, zu mir kommen und mich dein ‚Herzblatt’ nennen“.
Dennis bekam eine Gänsehaut. Er konnte nicht glauben, zu welchen Möglichkeiten das Schicksal griff, um zwei Menschen, die füreinander bestimmt waren, zusammen zu bringen.


© Martina Pfannenschmidt, 2014

Kommentare:

  1. Danke für die romantische Geschichte, Martina. Wir wissen, wie sie ausgehen wird :)

    Alles Liebe
    Eva :)

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    1. Ja, ich glaube auch, es ist eine Geschichte mit einem guten Ende ;-)! LG Martina

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  2. Wie schön, eine Geschichte mit einem glücklichen Ende. Das wirkliche Leben ist leider nicht immer so.
    LG Elke

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    1. Genau das ist so schön am Geschichten-Schreiben - man hält den Verlauf und den Ausgang in Händen! Danke für den Kommentar! Martina

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  3. seufz wie schön deine Geschichte ist so könnte es doch öfters sein wenn die eine Liebe fort geht sich so ein Mann finden *zwinker* es gibt viele Schicksale die so toll sind!
    Lieben Gruss Elke

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    1. Sie ist etwas schmalzig geraten, die Geschichte, doch es wäre sooo schön, wenn es im Leben so liefe! Danke für den Kommentar! Martina

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  4. Antworten
    1. Hast du etwas im Auge, liebe Lore?! Da zwinker ich doch munter zurück!!!

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  5. Liebe Martina, ich liebe schmalzige Schicksalsgeschichten, genau so wie du sie geschrieben hast finde ich sie wunderbar liebevoll. War begeistert! Liebe Grüße Gerda R.

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    1. Es ist schön zu lesen, dass ich dir mit dieser Geschichte eine Freude bereitet habe!
      Vielen Dank für den Kommentar! Martina

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  6. Aaaaaah diese, deiner immer wieder soooo schönen Geschichten hatte ich schon gelesen und gedacht auch ein paar Zeilen dazu geschrieben zu haben *tss oder wollte ich dich mit "meinem Senf" verschonen ( wieder so ein seltsamer Ausdruck ).
    ;O) .....

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    1. Ich mag Senf - in jeder Form. Also bitte verschone mich nicht mit ihm!!!

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    2. ..... ich mag auch Senf - aber nur den milden *breitgrins*
      ;O) .....

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