Freitag, 18. April 2014

Stiller Freitag


Heute sind meine Gedanken bei den Karfreitagen meiner Kindheit. Meine Großeltern lebten mit im Haus und nahmen diesen Tag sehr ernst. Ich kann mich gut daran erinnern, dass meine Oma an dem Tag schwarz trug – die Farbe der Trauer und dass es keinerlei Aktivitäten gab und dass sie eben ‚Stiller Freitag’ sagte.
Sie und meine Mutter bereiteten das Essen zu – traditionsgemäß Fisch. Doch sonst wurde nichts getan. Wir durften nicht einmal das Radio anstellen, geschweige denn, wie heute, den Fernseher oder gar die Waschmaschine. Meine Oma wäre geradezu aus dem Häuschen gewesen. Morgens ging sie in den Gottesdienst, um sich des Geschehens von damals zu erinnern.  Nachmittags las sie die besagten Stellen noch einmal in der Bibel nach. 


Ein stiller Freitag?

Die Diskotheken bleiben geschlossen und ich weiß noch, wie sehr mich das als Jugendliche verärgert hat. ‚Da hat man schon mal frei und dann ist nichts los’. Jetzt sehe ich das etwas anders.

Obwohl wir uns heute auf den Weg zu meinen Schwiegereltern begeben, um dort ein paar Tage zu bleiben und den Geburtstag meines Schwiegervaters zu feiern, werde ich doch bedenken, weshalb es diesen Feiertag gibt.

Es ist heute eigentlich noch ein bisschen zu früh, um euch allen ein frohes Osterfest zu wünschen, dennoch möchte ich es tun, denn ich bin, wie oben bereits geschildert, in den nächsten Tagen nicht ‚an Bord’. Deshalb auf diesem Wege - und bereits heute:





Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Martina,

    vielleicht siehst du vor deiner Abfahrt noch einmal auf deinen Blog. Also, es ist echt witzig, heute morgen habe ich gedacht: „Gestern war Gründonnerstag, dann ist heute „Stiller Friedach“ „. In meinem Elternhaus haben wir nur Plattdeutsch gesprochen und so hieß der Karfreitag bei uns stiller Friedach. Alles was du schreibst war bei uns genau so. Nur trug meine Oma jeden Tag ihre dunkle Dorftracht und ich weiß nicht mehr, ob sie an diesem Tag eine andere an hatte. Erinnern kann ich mich auch noch daran darauf zu achten, nicht aus versehen Mettwurst und/oder Schinken zum Abendbrot auf den Tisch zu stellen.

    Ganz liebe österliche Grüße und gute Fahrt

    Anita

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    1. Danke für deine lieben Worte, die ich nun doch erst heute lese, aber ich freue mich auch jetzt noch darüber. Ich finde es total schön, dass es so viele Übereinstimmungen gibt. Ja, auch unsere Großeltern sprachen Plattdeutsch. Doch wenn sie mit uns Kindern sprachen, dann immer Hochdeutsch. Ich kann die plattdeutsche Sprache deshalb zwar verstehen, doch mit dem Sprechen tue ich mich schwer. Meine Uroma hat auch noch Tracht getragen. Aber das weiß ich nur von Bildern. Meine Oma trug sie nicht mehr. Aber sie war so eine richtige Oma mit Dutt - so wie man sie früher kannte. Und ja, auch sie war viel dunkel gekleidet. Die Omas heute sehen oft gar nicht mehr so aus, wie eine 'klassische' Oma.
      Ich wünsch dir einen schönen Ostermontag und bis morgen - dann gibt es wieder Reizwortgeschichten! LG Martina

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  2. Liebe Martina,
    Ich wünsch Dir und Deinen Lieben auch wunderschöne Ostertage !
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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    1. Hallo Claudia, danke für die lieben Ostergrüße!
      Ich wünsch dir auch eine schöne Zeit und sage Tschüß
      bis morgen - wir 'sehen' und zur Reizwortgeschichte.
      Bis dann! Martina

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  3. Wünsche frohe Ostern!
    LG Elke

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    1. Danke, liebe Elke!
      Ich wünsche dir einen schönen
      2. Ostertag!
      Martina

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  4. Liebe Martina,
    für mich ist der Karfreitag auch immer noch ein besonderer Tag.
    Bei mir gibt es traditionell Spinat. Wie man es gewohnt ist.
    Ich wünsche dir ein paar erholsame Tage und ein schönes,
    sonniges Osterfest.
    Liebe Grüße
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, Spinat gibt es hier in der Gegend häufig am
      Gründonnerstag und am Karfreitag gibt es Fisch, der
      dann völlig überteuert verkauft wird. Wir bekommen aber
      immer von einem Freund geräucherte Forelle. Diesmal
      haben wir sie schon am Gründonnerstag gegessen, da
      wir ja am Karfreitag schon unterwegs waren.
      Einen schönen Ostermontag!
      Martina

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  5. An diesen stillen Freitage kann ich mich auch noch erinnern, im Radio nur Trauermusik, im Fernsehen nur die grauslichen Geschichten von Jesus, der verspottet, gequält und dann ans Kreuz genagelt wurde. Ich weiß noch wie ich gelitten haben und oft die Augen schloss weil ich es nicht mehr ertragen konnte.
    Heute ist es zum Glück etwas anderes.
    Da ich mir selbst über Ostern eine Laptop - Sperre verordnet habe, komme ich ert jetzt dazu, bevor ich meine Geschichte hier einstelle. Längeres Mail gibt es dann später, deine Freundin Lore

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