Sonntag, 13. April 2014

Den Kindern Ostern erklären!

Ostern ist das höchste Fest der Christenheit, würden viele Erwachsene sagen. Ja, so ist es. Und das Wissen darüber, was damals geschah, wurde von Generation zu Generation weitergegeben, sonst würden wir nicht 2000 Jahre später dieses Fest immer noch begehen.
Auch ich möchte an meine Enkel weitergeben, was ich über das Osterfest weiß und habe dies in einer Kurzfassung festgehalten:
Früher feierten die Menschen ein Frühlingsfest namens Ostara, doch dieses Fest war heidnisch, was bedeutet, dass die Menschen keiner Religion angehörten. Deshalb wurde von Seiten der Kirche das Osterfest, das Fest der Auferstehung Christi, auf dieses Wochenende gelegt. Auch die Juden, zu denen Jesus gehörte, feiern im Frühling. Sie nennen es Pascha-Fest.
Zu Ostern gehört die Karwoche, die am Palmsonntag, dem Sonntag vor Ostern - also heute -, beginnt. Einige Tage später folgt das eigentliche Osterfest mit Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, Ostersonn- und Ostermontag.
Palmsonntag - Zu der Zeit, als Jesus lebte, kamen jedes Jahr viele Menschen zum jüdischen Pascha-Fest nach Jerusalem. Das Fest dauerte mehrere Tage – auch Jesus kam dazu in die Stadt. Er zog am Palmsonntag auf einem Esel reitend in Jerusalem ein. Die Menschen jubelten ihm zu und legten Palmzweige vor ihm auf den Boden, weil sie hofften, Jesus würde sie befreien, denn in Jerusalem regierten die Römer. Den Römern war Jesus jedoch ein Dorn im Auge.
Gründonnerstag – Jesus isst zum letzten Mal mit seinen Jüngern zu Abend. Wie immer betet er vorher und teilt dann das Brot aus. Schon an dem Tag wusste er, dass einer seiner Apostel ihn an die Römer verraten würde. Als Zeichen, dass er sie dennoch alle liebte und auch nicht ‚über ihnen stand’, wusch er den Jüngern die Füße. 
Karfreitag - Nach dem Mahl ging Jesus auf den Ölberg und betete, denn er hatte Angst, weil er wusste, dass er sterben würde. Während des Gebets kamen römische Soldaten und verhafteten ihn. Einer seiner Jünger, Judas, hatte ihn verraten. Jesus wurde vor Pilatus geführt, den römischen Statthalter. Heute würde man vielleicht Präsident oder Kanzler sagen. Pilatus stellte ihm die Frage, ob er, Jesus, der König der Juden sei. Jesus antwortete mit ‚Ja’ – und Pilatus verurteilte ihn daraufhin zum Tod am Kreuz. Die Römer lachten über Jesus und um ihn zu demütigen, setzten sie ihm eine Krone aus Dornenzweigen auf den Kopf. Sein schweres Kreuz musste er dann selbst auf einen Berg hinauf tragen. Dort wurde er an das Kreuz gehängt, also gekreuzigt, und verstarb. Später holten Freunde und seine Mutter ihn vom Kreuz, wickelten ihn in Tücher und legten ihn in eine Höhle. Vor den Eingang rollten sie einen großen Stein, um das Grab zu verschließen.
Karsamstag – An dem Tag ruhte Jesu im Grab.
Ostersonntag – schauten einige Frauen nach dem Grab und sahen, dass der Stein zur Seite gerollt worden war und sie wunderten sich darüber. Dann traten sie in die Höhle ein. Das Grab war leer. Ihnen erschien ein Engel und er sagte, dass Jesus von den Toten auferstanden sei. Dann liefen die Frauen und berichteten den Jüngern von dem, was sie erlebt hatten. Am Abend versammelten sie sich deshalb alle. Auch Jesus kam dazu, doch sie begriffen noch nicht, um wen es sich handelte. Erst als er das Gebet sprach und das Brot brach, erkannten sie ihn.
Auferstehung – Das Besondere an Jesus und seiner Geschichte ist deshalb nicht seine Geburt, die wir Weihnachten feiern, sondern sein Weiterleben nach dem Tod. Und das ist die Hoffnung, die wir als Christen haben: Jesus ist auferstanden und auch wir werden nicht im Tod bleiben – sondern weiterleben. Das sollten wir neben allen Osterbräuchen und bunten Eiern nicht vergessen.



Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Martina,

    viele junge Menschen wissen nichts mehr von dem Ursprung und der Bedeutung der Feste die wir feiern. Gut, dass du deine Enkel aufklärst und auch deine Leser erinnerst. So wird dem Vergessen
    entgegengewirkt. Besonders schlimm ist für mich Weihnachten geworden, es ist weltweit zu einem Fest des Konsunes verkommen.

    Einen schönen Sonntag wünscht dir

    Anita

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    1. Ja, du hast Recht, Weihnachten ist es noch viel schlimmer, was den Konsum betrifft, doch wenn ich an die Berge von Süßigkeiten in den Geschäften denke, dann sind wir, was Ostern und das Schenken angeht, auch bald soweit.
      Einen lieben Gruß zum Sonntag! Martina

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  2. So schön, wie die Geschichte von Ostern immer wieder zelebriert wird. Aber da gibt es einen Haken. Ein Todestag ist immer an einem feststehenden Tag. Wenn ich z.Bsp. an einem 1. Januar versterbe, dann ist und bleibt mein Todestag der 1. Januar. Da kann doch niemand kommen und sagen, heute feiern wir den Todestag am 25. Dezember und in anderen Jahren feiern wir den Todestag am 27. Januar oder sonstwann.
    Ostern ist jedes Jahr an einem anderen Tag, da das Osterfest nach dem Mond berechnet wird. Da kann man doch nicht einen feststehenden Todestag von Christi auf das Osterfest, welches ja der Göttin Ostara gewidmet ist, mit dem Tode und der Auferstehung Christi in einen Topf werfen. Seit Generationen wird das aber der nächsten Generation so offeriert und kaum einer hinterfragt es. Doch es tut sich viel, um die wirklichen Traditionen wieder unter die Menschen zu bekommen und für die wirkliche Geschichte zu sensibilisieren, auch wenn das vielen aus liebgewordener Gewohnheit nicht passt. Wir müssen alle wieder lernen, über den ideologischen und religiösen Tellerrand hinauszublicken. Warum sollten wir denn nicht das Osterfest als das feiern können, was es ist, nämlich die Wiedergeburt der Natur, das zunehmende Licht, die wiederkehrende Wärme. Natürlich kann man diese Aspekte auch auf Jesu übertragen aber nur dem Sinne nach.

    LG Petra K.

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    1. Liebe Petra, du hast natürlich recht damit, dass ein Todesdatum nicht variieren kann. Aber genau so wenig, wie man wirklich weiß, wann Jesu gestorben ist, kennt man sein Geburtsdatum. Beides wurde - wahrscheinlich von Seiten der Kirche - festgelegt. Vom Osterfest weiß ich es ganz bestimmt, denn, wie ich schon geschrieben habe, wollte man damit das Frühlingsfest unterbinden und symbolisch passt diese Zeit natürlich hervorragend, um eine 'Wiedergeburt' zu erklären. Ja, wir sollten über den Tellerrand schauen und vor allen Dingen sollten wir uns unsere eigene Meinung zu den Dingen bilden.
      Martina

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  3. Ich nehme mal etwas Wind aus den Segel :-)
    Der Titel ist ja: "Den Kinder Ostern erklären". Und unter dieser Permisse, passt der Text absolut.
    Wenn man pfeilgeradeaus übers Wasser schießen will, dann kann ich mich selbst empfehlen. ;-) Vor einem Jahr habe ich mal dieses Geschreibsel auf die Bloggerwelt losgelassen.
    http://www.blog.adelhaid.de/2013/04/lugenmarchen-und-affentanze-gedanken-zu.html

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    1. Ich hab's gelesen, aber ich glaube, da brauch ich noch ein Glas Wein,
      um dir folgen zu können ;-)!!!

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  4. Das hast du sehr schön kindgerecht erklärt. Ostern wird doch, was die Geschenke angeht, immer mehr wie Weihnachten. Der eigentliche Sinn des Festes wird vergessen.
    LG Elke

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    1. Es ist mir wichtig, dass die Kinder wissen, was und warum wir feiern!
      Danke und einen lieben Gruß zurück! Martina

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