Sonntag, 23. März 2014

Wo war ich eigentlich, bevor ich geboren wurde?


„Für mich ist das Allerwichtigste 
das Bewusstsein davon, 
dass ein Kind nicht gemacht, sondern empfangen wird –
und dass es von irgendwoher kommt und nicht
aus dem Nichts entsteht.“

Dieser Satz hat mich umgehauen – nicht inhaltlich, denn es sind auch meine Gedanken. Nein, umgehauen hat mich eher, dass es ein Gynäkologe ist, von dem er stammt: Dr. med. Bartholomeus Maris.

Ich weiß nicht, ob es mir gelingt, meine Gedanken, die nach dem Lesen dieses Satzes kamen, nieder zu schreiben, doch ich versuche es einmal.

Wie oft fragen wir uns, wo gehen wir hin, wenn wir sterben. Gibt es wirklich ‚kein Ende’? Wird unsere Seele weiterhin existieren? 

Kommen wir dann zu dem Ergebnis, dass wir schon immer waren und immer sein werden, dann müssten wir uns doch eigentlich auch fragen: Woher komme ich? Die Frage hört man selten oder gar nicht. Uns beschäftigt viel mehr die Frage, wohin wir gehen, als die, woher wir kommen. Das ist doch merkwürdig, oder nicht?

Okay, wenn wir die Sache mit den Bienchen und den Blümchen irgendwann verstanden haben, dann wissen wir, dass sich ein Ei und eine Samenzelle verbinden. Das ist vorstellbar. Doch dann geht die Zauberei los. Bereits einen Tag danach beginnt die befruchtete Eizelle, sich zu teilen. Und so geht es weiter – und weiter – und weiter. Warum nehmen wir es so hin, dass dies so geschieht, ohne über dieses Wunder nachzudenken? Doch das ist ja nur der Anfang. Ein noch viel größeres Mysterium ist für mich, dass die Zelle weiß, welche Aufgabe sie zu übernehmen hat. Woher weiß sie, dass sie eine Leberzelle werden soll oder eine Hautzelle? Welch großes ‚Etwas’ muss dahinter stecken! Es wird doch nicht etwa unsere ewig lebende Seele sein, die ihre Finger im Spiel hat? ‚Baut’ unsere Seele an unserem Körper mit? Und wo ist unsere Seele, bevor sie in den Körper des Babys eintritt und wieder geboren wird?

Schade, dass wir alles vergessen haben, wenn wir unseren ersten Atemzug tun und ebenso schade, dass niemand einen Menschen danach fragen kann, wie es ist, seinen letzten Atemzug zu tun. Ob wir dann auch unser Leben hier auf der Erde vergessen haben? 


Kommentare:

  1. Das ist wirklich sehr schade, denn auch mich beschäftigt dieses Thema zur Zeit, wo ist mein Mann, kann er mich noch sehen, ist er noch in meiner Nähe und existiert er bereist irgendwo in einer anderen Gestalt.
    Zwei Tage vor seinem Tod, sagte ich zu ihm: "Ich habe deinen Bruder gebeten (der vor einem Jahr verstarb) dich abzuholen.
    Er meinte dann: " Und wenn er nicht mehr oben ist?"
    Kurz nachdem er die Augen für immer schloss, erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht und ich dachte sofort, jetzt ist er seinem Bruder begegnet.
    Aber wissen tun wir es leider nicht, auch nicht woher wir kommen, doch eines wissen wir, es ist ein großes Wunder, wie in so einer kleinen Eizelle unsere ganzen Vorfahren mit Aussehen und Charakter weiter bestehen und sich weiter vererben.
    Liebe Martina wünsche dir einen schönen Sonntag und sende herzlich liebe Grüße, deine Freundin Lore

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    1. Liebe Lore, eine Freundin von mir hat mir Ähnliches erzählt. Sie hat eine ältere Frau sterbend begleitet. Ihre Tochter war zwei Jahre vorher an Krebs erkrankt. Auch da war es so, dass meine Freundin sagte, plötzlich kam ein Lächeln und sie dachte auch sofort: Nun kommt die Tochter, um sie 'abzuholen' - und dann tat sie den letzten Atemzug. Natürlich weiß ich es auch nicht, doch wenn man mit Menschen spricht, die Sterbende begleiten, kommt es immer wieder zu diesen Aussagen. Das kann kein Zufall sein - zumal es die sowieso nicht gibt! Ich wünsche dir auch einen schönen Sonntag! Martina

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    2. Nachtrag: Die Tochter war an der Erkrankung verstorben. Das hab ich nicht erwähnt.

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  2. "Uns beschäftigt viel mehr die Frage, wohin wir gehen, als die, woher wir kommen. Das ist doch merkwürdig, oder nicht?"
    -> das ist in der Tat seltsam. Ich bilde mir immer ein, die Leute beschäftigen sich damit nicht "öffentlich", weil sie dass (so wie ich) im Traum erfahren und denken, dass es eigentlich keinen Sinn macht darüber mit "Fremden" zu sprechen. Das "kommt in unserer 'wissenschaftslichen' (nicht 'wissenden') nicht gut" und wird oft in eine esoterische Ecke abgestellt.
    Normalerweise sollten diese Antworten nicht verlorengehen, eher weitergegeben. Z. B. Mütter könnte ihren Kindern die Antworten geben, weil sie jene im jungen Menschenkind lesen könnten, hätten sie eine innige und tiefe Verbindung durch reinen Körperkontakt in den ersten Lebensmonaten aufgebaut. Anhand meiner Konjunktierung merkt man schon, dass ich mich sehr reduziert ausdrücke.
    Wie auch immer, so bleibt nur die Traumwelt, oder anders gesagt: die 'andere' "Realität".
    Um meinen Kommentar schön abzuschließen: wir haben eigentlich nichts verloren, das "aber" steht oben. :-)

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    1. Hallo Alexander! Was ist denn mit dir los? So zurückhaltend, dass kenne ich ja gar nicht von dir - aber du schreibst es ja auch. Vor ein paar Jahren habe ich diese Fragen auch nicht öffentlich behandelt, sondern nur mit ein paar guten Freunden und einem Teil der Familie. Doch heute sehe ich das anders. Heute spreche ich öffentlicher darüber und stelle fest, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich ähnliche Gedanken wie ich machen. Es ist fast so, als würden wir uns deshalb 'schämen'. Wahrscheinlich, weil die Wissenschaft etwas anderes sagt und wir nichts beweisen können. Doch unsere Träume sagen uns etwas Anderes, nicht wahr? Ich wünsche dir und mir noch viele Träume!!! Einen schönen Sonntag! Martina

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  3. Liebe Martina,
    das, "woher wir kommen", ist meist Nebensache. Wir nehmen es als gegeben hin. Wir wissen es vom biologischen Standpunkt aus. Mir wurde noch erzählt, dass mich der Klapperstorch aus dem Teich holte. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wieviele Stunden ich an dem Teich verbracht habe, um es mitzubekommen. Leider umsonst.
    Sich über das "woher" und "wohin" Gedanken zu machen, lohnt sich. Wir stehen mit diesen Gedanken gar nicht so allein da. Schon die alten Gelehrten, Philosophen und auch Geistlichen haben sie sich gemacht und auch niedergeschrieben. Aber für jeden von uns, die wir uns damit befassen, bleibt es ein Mysterium.
    Einen schönen Sonntag wünscht Dir
    Irmi

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    1. Liebe Irmi, wenn ich lese, zu welchen Erkenntnissen die alten Gelehrten und Philosophen zu ihren Lebzeiten schon kamen, bin ich tief ergriffen. Ihre Weisheit war schon damals aller Wissenschaft voraus. Doch die haben ihre Erkenntnisse und können 'beweisen'. Und genau diese Beweise sind es, die von vielen Menschen eingefordert werden.
      Oh, die Geschichte mit dem Teich ist mir sehr bekannt. Immer wenn wir auf dem Weg in unsere Kreisstadt waren, kamen wir an einem vorbei. Heute existiert er gar nicht mehr. Und jedesmal sagte mein Vater: "Schau, aus diesem Teich haben wir dich gefischt." Nun, 'damals' war es halt so.
      Meine Schwiegermutter wäre vor kurzem fast aus allen Wolken gefallen, weil unsere Enkelkinder Puppen besitzen, die Babys im Bauch haben. Wenn man eine Klappe öffnet, kann man sie dort sehen. Ja, so ändern sich die Zeiten.
      Einen schönen Sonntag! Martina

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  4. Das sind sehr viele Fragen, die ich mir auch immer wieder mal stelle. Man kommt zu keinem Ergebnis, weil man es ja eben nicht wissen kann. Aber es ist auch in Ordnung, so machen wir uns weiterhin Gedanken und suchen und forschen und eines TAges werden wir wissen, davon bin ich überzeugt.
    Ich wünsche dir einen wunderbaren Sonntag
    liebe Grüße
    Regina

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    1. Für mich persönlich ist es wichtig geworden, über diese Dinge überhaupt nachzudenken - bis zu der Grenze, die wir nicht überschreiten können. Doch eine Erfahrung durfte ich schon machen, wenn man sich auf den Weg macht, sucht und fragt, dann verschieben sich diese Grenzen immer weiter nach hinten. Doch vieles bleibt ein Geheimnis. Ich wünsch dir auch einen herrlichen Sonntag. Bei uns scheint sogar die Sonne! LG Martina

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  5. Liebe Martina,

    ich denke, wir nehmen es einfach als selbstverständlich hin, dass wir als perfekter, kompletter Mensch auf diese Erde kommen. Das hat der liebe Gott richtig gut hingekriegt, den Körper, nur mit dem Geist mancher Menschen bin ich überhaupt nicht einverstanden. Hier hat er wohl was vergessen, oder die Zeit war zu knapp um den auch noch 100%ig gut hinzubekommen, schließlich musste Gott die Welt und den Menschen in sieben Tagen erschaffen.
    Ich bin auch immer wieder ganz erstaunt darüber, wie der menschliche Körper funktioniert. Fehlt auch nur eine minimale Menge von Irgendwas, oder arbeitet ein Organ nur ein bisschen anders, fühlen wir uns sofort krank.
    Ich denke wenn wir sterben vergehen wir, auch unsere Seele. Ich sehe es rein physikalisch.
    Wir klammern uns an Begriffe wie „Auferstehung, Wiedersehen im Himmel, ...“, um mit dem Tod besser umgehen zu können. Es schützt uns davor, mit dieser Angst vor dem Ungewissen leben zu können, denn alles was man nicht kennt, macht in der Regel Angst.

    Herzliche Sonntagsgrüße

    Anita

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    1. Liebe Anita, ich musste schmunzeln über die erste Hälfte deines Kommentares.
      Ja, unser Körper ist perfekt. Er könnte nicht besser funktionieren.
      Die Sache mit dem Tod bleibt ein Mysterium und es lässt sich trefflich darüber streiten, wie es nun ist. Da gibt es nur eins: Warten wir es ab! :-) LG Martina

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    2. O.K. Schauen wir mal. Ich lass mich überraschen.

      Eine gute Nacht und schöne Träume

      Anita

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  6. Irgendwann sind wir klüger, als alle Philosophen der Welt !
    Aber schade an der Sache ist halt, dass wir wohl nie in der Lage sein werden uns dann der zurückbleibenden Menschen darüber zu offenbaren.
    Da gibt es nur den Glauben und dann noch die Hoffnung.
    Wenn man "glauben ", so wie es in der Bibel steht, dann fällt es bestimmt leichter damit umzugehen.
    Mit der Hoffnung und dem Wunschdenken , dass vielleicht doch noch ein Vor -und Nachleben der Seele existiert kommt man meist nicht so gut zurecht, denn die Fragen, die da immer wieder auftauchen und uns beschäftigen können auch beängstigend sein.
    Ich persönlich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der Tod das ende sein soll, körperlich ja, aber seelisch ?
    Was hätte das für einen Sinn ?
    Was dann wieder das nächste Thema aufwirft, der suche nach dem Sinn des Lebens usw. usw
    Ein unerschöpfliches Thema , immer interessant, immer spannend , immer neu.
    Ich freue mich, dass du soviel darüber schreibst und uns zu nachdenken anregst.
    dir einen schönen Wochenanfang und einen
    lieben Gruß von
    Jutta


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    1. Das sind Themen, die mich sehr beschäftigen. Auch wenn ich immer an Grenzen stoße, so kommen doch auch neue Erkenntnisse hinzu, die ich gerne annehme. Eure Gedanken interessieren mich sehr und ich freue mich immer über eure Kommentare und jeder denkt anders darüber. Das finde ich sehr spannend. Einen schönen Abend! Martina

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  7. Liebe Martina,
    gutes Thema. Ich bin der Überzeugung, dass ich schon einmal gelebt habe. Oft sind des Augenblicke, irgendwo, da denke ich, hier war ich schon einmal, aber das war in meinem Leben nie der Fall gewesen. Wir werden es nie wissen, was vor und nach uns geschieht. Ich glaube, dass ist auch gut so. L G Eva

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