Donnerstag, 14. November 2013

Eine Frage der Einstellung - Wie es auch hätte sein können! (Fortsetzung)



Montagmorgen, 5.00 Uhr in der Früh. Es ist Hochsommer. Das Schlafzimmerfenster ist weit geöffnet. Hans liegt im Bett und schläft. Rummms! Der Nachbar schlägt seine Autotür zu, startet den Wagen und fährt zur Frühschicht.
Hans erwacht durch das Schlagen der Autotür. „Ach, der Nachbar muss schon zur Arbeit, der arme Kerl, und ich als Rentner kann noch liegen bleiben. Und da ist auch Purzel zu hören. Er verabschiedet sein Herrchen immer mit seinem Gebell. Treue Tiere sind es, diese Dackel, wenn auch schwer zu erziehen. Die Spatzen scheinen gemeinsam mit Purzel ein Konzert zu geben. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie lautstark diese kleinen Wesen sich zu Wort melden können. Sie freuen sich halt ihres Lebens. Herrlich. Es scheint ein wunderbarer Tag zu werden. Da könnte ich doch eigentlich aufstehen und einen kleinen Gang zum Meer machen. Jetzt sind dort noch keine Urlauber unterwegs. Das mache ich.“
Gut gelaunt schwingt Hans seine Beine aus dem Bett. „Nanu, wo sind denn meine Hausschuhe?“
Jedenfalls nicht dort, wo sie sein sollten. Er findet sie im Bad. „Da seid ihr ja, ich habe euch schon gesucht. Warum sagt ihr denn nichts? Hab ich euch gestern in Gedanken hierher gestellt? Man wird älter.“
„Guten Morgen Hans“, ruft er seinem Spiegelbild entgegen. „Dann wollen wir dich mal rasieren. Sonst siehst du ja ungepflegt aus“.
mann-0063.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandDann springt er schnell unter die Dusche und kommt nach einiger Zeit gut gelaunt in der Küche an. Hans neigt dazu, Selbstgespräche zu führen. „So, dann wollen wir uns mal einen guten Kaffee kochen“. Gesagt getan. Kurze Zeit später zieht Kaffeeduft durch die Wohnung und treibt Hans ein Lächeln auf die Lippen.
„Herrlich, frühmorgens einen Kaffee zu genießen. Oje, das Marmeladenglas ist leer. Macht nichts. Frischen Toast kann man auch nur mit Butter essen“. Und die schmiert er sich dick auf den goldbraunen Toast.
Da fällt ihm ein. Die Zeitung könnte er ja nebenbei lesen. „Oh, noch gar nicht im Briefkasten. Hoffentlich ist dem Zeitungsboten nichts passiert. Na, dann werde ich zunächst einen Spaziergang machen und danach die Zeitung lesen. Ist vielleicht besser so, dann ist noch niemand am Strand.“
Gut gelaunt verlässt Hans das Haus und genießt die Stille, die nur durch das Vogelgezwitscher unterbrochen wird. „Jeder Vogel hat seine eigene Sprache“, denkt Hans. „Doch niemals ist ein Misston dabei. Zusammen erklingt eine gelungene Symphonie.“
Nach wenigen Minuten geht er durch ein kleines Waldstück. Herrlich frisch ist es hier. Die Luft ist kühl und die Bäume sorgen für Schatten. Hin und wieder schafft es die Sonne, ihre Strahlen durch die Bäume zu schicken. So entsteht ein zauberhaftes Lichtspiel.
„Oh, Vorsicht“. Ein kleiner Zweig hätte ihn fast im Gesicht erwischt. „So kann es gehen, wenn man nicht aufpasst“.
Mit einem kleinen Lied auf den Lippen erreicht Hans das Meer. Smaragdgrüne Wellen treffen auf den Strand. Hans atmet tief durch. Der Strand ist fast menschenleer, nur ein Obdachloser ist auf der Suche nach leeren Flaschen.
„Armer Kerl. Der sorgt wenigstens für Ordnung. Die meisten werfen ihre Flaschen achtlos fort und denken nicht darüber nach, dass sich andere an ihnen verletzen könnten. Hoffentlich findet er genug, um Geld für eine Mahlzeit zu haben und kauft sich dafür keinen Alkohol.“
„Na, kleine Möwe. Auch schon so früh am Morgen unterwegs“, ruft er der Möwe entgegen, die am Strand entlang stolziert und ihn mit ihren runden schwarzen Augen ansieht.
Hans empfindet eine innere Ruhe und Behaglichkeit. Er lebt an einem wunderschönen Fleckchen Erde. Dankbar setzt er seinen Spaziergang am Meer fort.
Und während er dort am Strand entlang spaziert, gehen ihm die bekannten Worte eines amerikanischen Theologen durch den Kopf: „Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“


© Martina Pfannenschmidt

Kommentare:

  1. Obwohl ich die Geschichte kenne, war sie wieder schön zu lesen, siehst du diese Einstellung von Hans habe ich auch. Man muss das Leben leben, man kann es mit einem Lächeln dann fällt es leichter, aber auch mit Missmut, dann wird man niemals glücklich und zufrieden.
    Wünsche dir noch einen schönen Abend. Ganz besonders liebe Grüße, Lore

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    1. Liebe Lore, ich kenne nur sehr wenige Menschen, die eine so positive Einstellung zum Leben haben - von dir kann man echt lernen! LG Martina

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