Dienstag, 12. November 2013

Alles eine Frage der Einstellung - Geschichte

Montagmorgen, 5.00 Uhr in der Früh. Es ist Hochsommer. Das Schlafzimmerfenster ist weit geöffnet. Hans liegt im Bett und schläft. Rummms! Der Nachbar schlägt seine Autotür zu, startet den Wagen und fährt zur Frühschicht.
„Verdammt noch mal“, denkt sich Hans „kann der Kerl seine Autotür nicht leise schließen. Jeden Morgen dasselbe Theater. Immer werde ich wach, weil der Kerl es nicht für nötig hält, Rücksicht zu nehmen“.
Hans liegt wach und dreht sich von der einen auf die andere Seite. 
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„Jetzt fängt auch noch der blöde Hund an zu kläffen. Das die dumme Kuh es nicht schafft, den Hund ruhig zu halten, wenn der Mann das Haus verlässt. Ja, war klar, jetzt pfeifen auch noch die blöden Spatzen, die in der Hecke des Nachbarn nisten.“
An Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Hans steht missmutig auf.
„Wenn ich sowieso wach bin, dann kann ich auch gleich aufstehen“. Er sucht seine Latschen. „Wo sind die Mistdinger denn jetzt schon wieder. Die stehen doch immer direkt vorm Bett, warum heute nicht.“
Sie stehen im Bad. Hat er selbst dort hingestellt. „Wie blöd muss man sein, die Dinger im Bad zu vergessen“.
Hans schaut in den Spiegel. Ein Griesgram schaut zurück. Er putzt die Zähne, wäscht und rasiert sich. Dann geht er zurück ins Schlafzimmer. „Wo ist denn jetzt wieder diese verflixte Hose. Es kann doch nicht sein, dass sich heute alles gegen mich verschworen hat.“
Sie liegt dort, wo sie immer liegt. Hans zieht sich an, geht in die Küche und kocht Kaffee. Leider vergisst er, das Kaffeepulver einzufüllen. So füllt er nach einiger Zeit nur heißes Wasser in seine Tasse. Er flucht wie ein Rohrspatz.
Die Zeitung steckt auch noch nicht im Briefkasten, dabei ist es bereits 5.30 Uhr.
„Man kann doch wohl verlangen, dass dann die Zeitung da ist“. Er wird sich noch am selben Morgen über den Zeitungsboten beschweren. Der Toast ist schwarz wie die Nacht und das Marmeladenglas leer. Hans steht kurz vor der Explosion. Alles, aber auch wirklich alles hat sich heute gegen ihn verschworen.
Gut, dann geht er halt aus dem Haus. Ein Spaziergang wird ihm gut tun. Nach wenigen Minuten geht er durch ein kleines Waldstück, hinter dem das Meer liegt. Das ist sein Ziel. Im Waldstück angekommen ärgert er sich. Auch hier dringt lautes Vogelgezwitscher an sein Ohr. „Können die denn nicht einmal ruhig sein.“
Im Wald ist es dunkel und viel zu schattig. Wäre er bloß zu Hause geblieben.
„Aber nun bin ich hier, dann geh ich auch bis zum Meer.“
Er passt einen Augenblick nicht auf, übersieht einen kleinen Zweig und schwups fegt ihm dieser durch sein Gesicht. Hans nimmt den Zweig und knickt ihn ab. Jetzt baumelt er wie ein Hampelmann am Baum. „Das hast du nun davon, du blöder Zweig“.
Trübsinnige Gedanken begleiten ihn bis zum Meer. Eine Möwe stolziert am Ufer entlang und schaut ihn mit ihren schwarzen Augen an.
„Glotz nicht so blöd, du Mistvieh“.
Kleine Wellen fressen missmutig Schneisen in das sandige Ufer. Ein Obdachloser sammelt leere Flaschen am Strand.
„Das fehlt mir gerade noch. Zum Kuckuck mit dir, du alter Pennbruder. Ich will meine Ruhe haben, hier. Hoffentlich kommt er jetzt nicht auf mich zu, um mich anzubetteln. Am besten trete ich gleich wieder den Heimweg an.“

(Wie es sich aber auch hätte zutragen können, lest ihr morgen!)

© Martina Pfannenschmidt


Kommentare:

  1. Guten Morgen, liebe Martina,
    ich komm dann später nochmal zurück - für dioe Fortsetzung!
    Ich wünsche dir einen schönen Tag und grüße herzlich
    Regina

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