Samstag, 19. Oktober 2013

Der Wind - Ein starker Geselle (Fortsetzung)

„Der Wind ist eigentlich nichts anderes als Luft in Bewegung“, sagte Papa. „Und Luft ist das, was wir einatmen. Im Sommer, wenn sich die Luft nur sehr wenig bewegt, dann ist der Wind nur sehr schwach zu spüren. Und dann freuen wir uns über ihn, denn es ist warme Luft, fast so wie aus einem Fön und wir empfinden den Wind als angenehm. Doch im Herbst wird die Luft stärker bewegt und dann macht sie uns auch eher kalt. Deshalb sagt Mama im Herbst auch immer: ‚Maren, zieh dich warm an, draußen ist es windig!’“
Papa stand auf und holte die leere Küchenpapierrolle, die auf dem Küchenschrank lag.
 „Schau“, sagte er, „wir können auch Wind machen.“ Er legte die Rolle auf den Küchentisch und alle drei pusteten sie vom Tisch. „Siehst du, Maren, jetzt haben wir drei die Luft in Bewegung gebracht. Luft kann man nicht sehen, doch Wind kann man spüren. Er hat ganz viel Kraft.“
„Ja“, sagte Maren, „ich weiß. Er hat vorhin die Mülltonne von Manfred umgeworfen.“
„Genau“, sagte Papa „und dazu braucht man Kraft. Manchmal kann der Wind sogar einen Baum umschmeißen. Aber der Wind heute, der schafft das nicht. Dazu ist er nicht stark genug.“
menschen-0185.gif von 123gif.de Download & GrußkartenversandAm nächsten Tag hatte sich der Sturm gelegt. Nachbar Manfred trieb mit seinem Laubbläser die Blätter vor sich her, wie es gestern der Wind gemacht hatte. Papa, Mama und Maren hatten einen Rechen in der Hand. Papa hatte extra für Maren einen kleinen Kinderrechen gekauft. Die drei trugen die Blätter im Herbst immer in eine Ecke des Gartens, wo der Wind sie nicht wegwehen konnte. Dort blieben die Blätter den ganzen Winter über liegen, damit kleine Tiere dort einen Unterschlupf vor dem kalten Winter fanden. Im letzten Jahr wohnte dort eine Igelfamilie.
Mama war inzwischen ins Haus gegangen. Sie hatte Kaffee gekocht und einen Kakao für Maren. Sie rief die beiden zu sich in die Küche. Auf dem Tisch stand Gebäck und …
„Was ist das denn?“, fragte Maren.
„Das sind Windbeutel“, sagte Mama.
„Windbeutel?“, fragte Maren weiter. „Wie kommt denn der Wind in die Beutel?“


© Martina Pfannenschmidt

Kommentare:

  1. Liebe Martina,
    ich war ganz gespannt auf die Fortsetzung und wurde nicht enttäuscht, eine herrliche Geschichte!
    Und: ich liebe Windbeutel!

    Herzliche Samstagsgrüße
    Regina

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    1. Guten morgen, Pinocchio!
      Kennst du diese kleinen sündhaft leckeren Windbeutel, die man leider in fast jedem Geschäft kaufen kann?! Die sind gut - oder?
      Heute ist ein wirklich schöner sonniger Tag und der Wind reicht auch aus, um heute noch den Drachen steigen zu lassen.
      Dir auch einen schönen Samstag!
      Martina

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    2. Ja, die kenne ich, lecker!
      Liebe Grüße
      Pinoccio

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  2. Habe jetzt überlegt, warum Pinnocchio, hahaaaa, die Geschichte war schon auf seniorbook, ich war ja mal die Flunkertante, du bist wirklich eine Nummer, lach.
    aber egal wie oft man deine Geschichten liest, sie bleiben immer schön und Windbeutel oooooh die liebe ich.
    Wünsche dir einen schönen Abend und eine noch schöneren Sonntag und hoffe auch ihr habt sie schönes Wetter wie hier in Bayern. Liebe Grüße, Lore

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    1. Du hast das Rätsel sehr schnell gelöst. Genau - ihr zwei kennt diese Geschichte natürlich schon. Aber versprochen: Im Dezember kommen ganze neue Geschichten, die ihr noch nicht kennt!

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