Freitag, 11. Oktober 2013

Der Igel Peter braucht eine Brille

Der Igel Peter lebte glücklich zusammen mit seiner Frau Heidi im Wald. Sie bewohnten eine kleine Höhle im Unterholz.

Heute schimpfte Peter so laut über die zu klein gedruckte Zeitung, dass es seine Frau hörte und zu ihm rannte.
„Was ist denn los?“, fragte sie ihn. „Weshalb schimpfst du denn so?“

„Es ist wirklich zum verrückt werden. Warum wird die Zeitung plötzlich mit kleineren Buchstaben gedruckt?“, empörte sich Peter.
Heidi nahm ihm die Zeitung aus der Hand und dachte: „Die Buchstaben sehen doch aus wie immer.“
Eine kurze Zeit später knurrte Peter der Magen.
„Heidi, wollen wir zu Mittag essen?“, fragte er seine Frau.
„Ja, gerne“, meinte diese und dann gingen die zwei gemeinsam zur Brombeerhecke. Hier am Waldrand wuchsen die schönsten und dicksten wilden Brombeeren. Daran wollten sie sich laben.
„Autsch!“, rief Peter. „Autsch!“ und wieder „Autsch!“
„Was ist denn heute bloß los mit dir?“, fragte ihn seine Frau noch einmal.
„Ich greife immer daneben und gerate in die Dornen“, maulte Peter.
Mit einer zerkratzten Pfote machte sich Peter zusammen mit seiner Frau wieder auf den Heimweg. Da gab es plötzlich einen dumpfen Knall.
„Nanu“, dachte Heidi „was war das denn?“ Sie drehte sich um und sah – ihren Peter. Er war voller Wucht gegen einen Baum gelaufen. Da fiel es Heidi wie Schuppen von den Augen.
„Peter, du kannst nicht mehr richtig sehen. Deshalb bist du gegen den Baum gelaufen und hast die Brombeeren nicht richtig gesehen und deshalb denkst du, die Buchstaben in der Zeitung seien kleiner geworden“.
Heidi hatte Recht. Da war guter Rat teuer. Sie überlegte kurz und hatte plötzlich eine Idee. Ihr fiel ein, dass die beiden Mädchen, die sie auf dem Spielplatz beobachtet hatte, Brillen trugen.    
Heidi verabschiedete sich von ihrem Mann und ging Richtung Spielplatz. Sie versteckte sich unter einer Hecke und vor Aufregung klopfte ihr Herz ganz laut. Dann kamen Nina und Lena und setzten sich in den Sandkasten.
„Jetzt ist die Gelegenheit“, dachte Heidi, „ich werde hingehen und sie fragen. Und wenn sie mir etwas zu leide tun wollen, dann rolle ich mich ein und dann werden sie sich nicht mehr trauen, mich anzufassen. Denn dann würden sie sich an meinen Stacheln pieksen.“
Doch soweit sollte es nicht kommen. Igelschnell rannte Heidi zu den Kindern. „Hallo, Kinder“, sagte sie zaghaft. „Könnt ihr mir sagen, wo man Brillen kaufen kann? Brillen für Igel?“
Die Kinder waren überrascht. Noch nie waren sie einem Igel so nah gekommen.
„Meine Mama ist Augenoptikerin. Dort, wo sie arbeitet, habe ich mir die Brille ausgesucht, die ich trage. Weshalb fragst du?“ forschte Nina nach.
„Weißt du, mein Mann, der Peter, der ist heute gegen einen Baum gelaufen, weil er ihn einfach nicht gesehen hat. Und jetzt hat er eine dicke Beule am Kopf und ist ganz unglücklich. Da habe ich gedacht, vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen“, sagte die Igeldame.
„Da werde ich gleich meine Mama fragen, ob sie eine Brille für deinen Mann machen kann“, meinte Nina. „Du kannst ja einen kleinen Moment dort drüben unter der Hecke warten.“
Schon rannten Nina und Lena los und Heidi flitzte unter die Hecke.

(Ob es klappt mit der Brille für Peter, lest ihr Morgen!)

1 Kommentar:

  1. Dann bin ich doch mal gespannt, hihiii wenigstens das Bild mit Peter und der Brille ist noch bei mir angekommen, bevor deine E-Maisl an mich streikten. Ich werde man jetzt versuchen die gleich anzurufen. LGLore

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