Samstag, 14. September 2013

Klüger, als der Schmetterling?

Nein, ich bin keinen deut klüger, als dieser Schmetterling, der nun schon zum hundertsten Mal versucht, durch die Fensterscheibe zu fliegen und ziemlich erfolglos damit ist. 

Dabei ist das Fenster einen Spalt breit geöffnet, doch das bemerkt er gar nicht. 

Immer wieder versucht er, auf die gleiche Art und Weise in die Freiheit zu gelangen. ‚Dort ist es doch, das Licht’, scheint er zu denken. 'Weshalb komme ich nicht dorthin?'

Dann spreche ich mit ihm: „Mensch, siehst du denn nicht, dass das Fenster geöffnet ist?“ Doch er hört mich nicht. Ist zu sehr damit beschäftigt, durch die Scheibe fliegen zu wollen.

Ich gebe nicht auf. „Pass auf, ich öffne dir jetzt die Balkontür ganz weit und wenn du es dann immer noch nicht schnallst, dann kann ich dir auch nicht mehr helfen.“

Während ich an der geöffneten Balkontür stehe und den Schmetterling weiterhin beobachte, denke ich darüber nach, dass es mir genau so wie ihm ergeht. Ich versuche auch immer wieder, meine bekannten Probleme auf dieselbe Art und Weise zu lösen. 

Vielleicht sollte ich einmal inne halten und mich umschauen – nach neuen Wegen, nach geöffneten Fenstern.

Ob mich auch jemand bei meinem Tun beobachtet, so wie ich jetzt diesen dummen Schmetterling beobachte? Ob es da auch jemanden gibt, der mir sagt: ‚Such nach neuen Wegen. Du weißt doch, dass es auf diese Weise nicht klappt. Schau dich um. Irgendwo wird ein Fenster einen Spalt breit geöffnet sein oder vielleicht sogar ganz weit. Doch du schaust ja einfach nicht hin.’

Und dann besinnt sich dieser Schmetterling , fliegt weg von der Fensterscheibe und geradewegs durch die Balkontür in die Freiheit und da kommt mir der Spruch von Alexander Graham Bell in den Sinn:

Wenn sich eine Tür schließt, so öffnet sich eine andere. Aber allzu oft, blicken wir so lange voller Bedauern auf die verschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, gar nicht bemerken.“   Schmetterling

Der Schmetterling hat sie dann doch noch bemerkt, die offene Tür. 

Hoffentlich sehe ich meine auch.


Kommentare:

  1. Da erkenne ich mich doch auch wieder, liebe Martina,
    irgendwie ist man doch immer auf der Suche nach einem geöffneten Fenster oder einer Tür, hinter der sich das Licht befindet und oft ist man blind und bemerkt nicht, dass sich längst ein Weg aufgetan hat!

    Herzliche Grüße
    Regina

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    1. Ja, leider ist es so, liebe Regina! Mir scheint es manchmal so, als würde sich jemand vor das Fenster stellen, um mir die Sicht darauf zu nehmen.
      Übrigens hab ich heute schon an dich gedacht - weil es nämlich Linseneintopf gibt. :-)

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