Mittwoch, 4. September 2013

Freunde

Foto: Pixelio.de/lilysmum


Eine Freundin erzählte mir vor ein paar Tagen, sie habe die Adressenliste in ihrem Handy dahin gehend geprüft, ob sich dort vielleicht eine ‚Karteileiche’ befände.
Ich sah sie etwas fragend an. „Ja, weißt du“, sagte sie, „ich habe die Erfahrung gemacht, dass immer mal wieder Menschen in mein Leben kommen, mit denen ich eine Weile einen losen Kontakt pflege. Und wenn dieser Kontakt dann irgendwann eingeschlafen ist, dann lösche ich den Namen in meinem Handy.“
Nach diesem Gespräch dachte ich über meine Freunde nach. Es ist kein sehr großer Kreis. Viele, mit denen ich über viele Jahre befreundet war, sind im Laufe der Jahre ‚auf der Strecke geblieben’. Wir haben uns irgendwie in andere Richtungen entwickelt. Gott sei Dank sind, auch Dank des Internet-Zeitalters, inzwischen neue dazu gekommen. Es sind Menschen, die zu mir passen, mit denen mich gemeinsame Interessen oder Lebenseinstellungen verbinden.
Ich bin zu der Erkenntnis gekommen, dass ich nicht mehr mit Menschen befreundet sein möchte, die ständig nur schimpfen oder sich über die Lage der Welt beklagen, andererseits aber nichts dazu beitragen, etwas zu verändern.
Wenn ich mich mit Menschen umgebe, die ich mag und die zu mir passen, dann ist das gut für mich und sicher auch für die anderen. 
Von allen, die nicht mehr zu mir passen, habe ich mich über die Jahre in Liebe verabschiedet.

Kommentare:

  1. Als ich 2010 meinen Schlaganfall hatte und es aussah am Anfang, als würde ich eine Pflegefall habe sich zwei langjährige Freundinnen plötzlich verabschiedet. Und weißt du was, es waren ausgerechnet die, die immer nur von ihren Problemen erzählten.
    Nun ich habe zwei langjährige gute Freundinnen behalten und nun auch noch dich und Regina dazu gewonnen.
    Habe ich nicht großes Glück.
    LGLore

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist traurig, dass sich deine Freundinnen verabschiedet haben. Aber eigentlich haben sie dich immer nur ausgenutzt als 'Kummerkasten', der nun selbst Kummer hatte.

      Löschen
    2. Das ist traurig, dass sich deine Freundinnen verabschiedet haben. Aber eigentlich haben sie dich immer nur ausgenutzt als 'Kummerkasten', der nun selbst Kummer hatte.

      Löschen