Freitag, 30. August 2013

Die Kräuterhexe

Foto: Pixelio.de/Birgit Meyke

Oben am Waldrand stand ein kleines Fachwerkhäuschen. Es war idyllisch gelegen. Dort wohnte eine alte Frau einsam mit ihrer schwarzen Katze. 
Die Frau kam selten hinunter ins Dorf. Nur wenn sie Einkäufe tätigen musste. Da sie aber selbst einen kleinen Garten hatte, kam es nur sehr selten vor.
Ina, die Tochter des Gastwirts, hatte vor Jahren gehört, wie man sich in der Gaststube über die Frau unterhielt. Sie sei eine Hexe, sagten die Männer. Irgendwie ahnte es Ina schon immer: Diese Frau war anders als alle anderen. Nun hatte sie richtig Angst vor ihr.
Ina war inzwischen 10 Jahre alt geworden und die Hexengeschichte lag einige Jahre zurück. Die Zeit, in der sie dachte, die alte Frau am Waldrand würde vielleicht genau wie bei Hänsel und Gretel Kinder in ihrem Stall verstecken, war vorüber. Doch Kontakt hatte immer noch niemand mit dieser Frau.
Heute kam Ina später als sonst nach Hause. Sie hatte ein wenig die Zeit vergessen und noch mit ihrer allerbesten Freundin herumgetrödelt. Mama war nicht zu Hause. Auf dem Tisch lag ein Zettel. ‚Liebe Ina, wo bleibst du nur? Ich habe einen Termin beim Arzt. Das Essen steht im Backofen. Es ist noch warm. Bin gleich zurück. Mama’
Ach ja, Mama musste zum Arzt. Das hatte Ina ganz vergessen. Nach dem Essen zog sie sich in ihr Zimmer zurück und begann mit den Hausaufgaben. Sie hörte, dass ihre Mutter und ihre Tante das Haus betraten.
„Ina, bist du oben?“, rief ihre Mutter im Hausflur.
„Ja, ich mache meine Hausaufgaben“, antwortete Ina. „Alles in Ordnung mit dir, Mama?“
„Ja, ja, es wird schon wieder werden, meint der Arzt“, war Mamas Antwort.
Einige Zeit später belauschte Ina ein Gespräch zwischen ihrer Mutter und ihrer Tante.
„Der Arzt macht sich Sorgen um mich“, sagte Mama zur Tante. „Mein Blutbild ist ganz und gar nicht in Ordnung. Hoffentlich bin ich nicht sehr krank.“
Ina erschrak. Also ging es ihrer Mama doch nicht so gut, wie sie sagte. Sie hatte Angst um sie. Auf keinen Fall durfte sie sterben. Sie brauchte ihre Mutter doch noch. Wie konnte sie ihr nur helfen?
Da fiel Ina die Hexe ein. Hexen konnten doch zaubern – oder? Vielleicht konnte die Hexe ja ihrer Mutter helfen. Aber dann müsste sie zu ihr gehen. Ob sie sich das trauen würde? Auf der anderen Seite hatte sie die Frau noch nie mit einem Besen durch den Ort fliegen sehen. Vielleicht war ja doch alles nur dummes Gerede.
Aber die schwarze Katze… Das war vielleicht doch kein gutes Zeichen. Sie wollte es sich noch einmal überlegen.

(Morgen erfahrt ihr, ob Ina sich traut oder nicht, denn dann wird die Geschichte fortgesetzt.)

  

Kommentare:

  1. Dann bin ich doch mal gespannt.
    Deine Besucherzahlt wächst, ist das nicht schön?
    Wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Heute kommt meine Tochter Claudia,ich freue mich, sie bleibt zwei Wochen und hilft mir bei den Behördengängen.
    LGLore

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    1. Liebe Lore, du bist nicht nur eine Märchentante. Du bist ja auch eine Flunkertante. Hoffentlich kannst du die Spannung, wie die Geschichte endet, noch ertragen :-) !
      Es ist schön, dass deine Tochter dir in den nächsten Wochen beisteht. Das freut mich.
      Wie hören voneinander!
      Martina

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