Sonntag, 1. September 2013

Das 2. Leben

Foto: Pixelio.de/twinlili


Letztens sah ich eine Sendung, den Titel weiß ich nicht mehr, in der es um Menschen ging, die eine schwere Erkrankung überwunden hatten. Ein Querschnittsgelähmter konnte wieder gehen und eine junge Frau, die an Krebs erkrankte, war wieder vollständig gesund.
Ein Arzt war so ehrlich zu sagen, dass er diese Heilungen wissenschaftlich nicht erklären könne. Doch andererseits wollte er auch nicht von einer Wunderheilung sprechen. Das ist für einen wissenschaftlich denkenden Menschen durchaus verständlich.
Die zwei Genesenen erklärten, sie seien froh über diese Wendung in ihrem Leben und dass ihnen quasi ein 2. Leben geschenkt worden sei. Und noch eine Übereinstimmung gab es: Sie veränderten während der Krankheit ihr Leben komplett.
Die junge Frau trennte sich von ihrem Mann und meinte, sie hätte eigentlich schon länger gewusst, dass sie diesen Schritt tun müsse, doch aus den unterschiedlichsten Gründen heraus sei sie bei ihm geblieben. Sie war ziemlich sicher, dass sie durch diesen Schritt, diese Trennung, gesund geworden war.
Der Rückschluss wäre dann: Hätte sie sich früher von ihrem Mann getrennt, wäre sie gar nicht erkrankt.
Diese Frau ist sicher kein Einzelfall. Viele von uns kennen das. Eigentlich möchten wir in unserem Leben etwas verändern, doch wir trauen uns nicht. Das alte Leben ist uns so bekannt und wir glauben, es gehöre zu uns.
Warum verändern wir erst etwas, wenn eine Krankheit auftritt? Warum gelingt es uns nicht, uns täglich über unser Leben zu freuen, so dass wir gar nicht erkranken müssten?
Das Leben gibt uns sicher oft einen Hinweis darauf, was wir eigentlich möchten und zeigt uns bestimmt auch mehr als einmal einen Weg auf. Doch immer finden wir einen Grund, der uns diesen Schritt zur Veränderung nicht tun lässt.  Was sind das für Gründe, die wir dann herauf beschwören?
Manchmal ist es unser Pflicht-, oder Verantwortungsbewusstsein, oft sind es finanzielle Gründe, manchmal einfach Sturheit oder Lethargie. Oder wir meinen, ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, wenn wir das Beste für uns beanspruchen.
Vielleicht sollten wir doch mehr auf unsere innere Stimme hören. Schaden könnte es nicht.

Kommentare:

  1. Das habe ich 2010 nach meinem Schlaganfall in der Reha gelernt und gleich nach meiner Genesung einige Dinge geändert. Zum Beispiel meinen Hausarzt gewechselt, mit dem ich schon lange unzufrieden war und der zu meiner Tochter (auf mich bezogen) sagte: "Dicke sind unästhetisch"
    LGLore

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    1. Das ist doch wohl nicht wahr. Traurig. Sehr, sehr traurig!

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    2. Das ist doch wohl nicht wahr. Traurig. Sehr, sehr traurig!

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